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Echte Welse (Siluridae)

WelsSilurus glanis

Der komplette Praxis-Guide zum Welsangeln: welche Köder fangen, welches schwere Gerät der Waller verlangt, welche Methode wann funktioniert - und wann und wo Europas größter Süßwasserräuber wirklich beißt.

Von der RedaktionStand: Juni 2026
Wels (Silurus glanis) in Seitenansicht
Das Wichtigste in Kürze

Den Wels (Waller) fängt man am zuverlässigsten im Ansitz mit totem Köderfisch, Tauwurmbündel oder Calamari an der Unterwasserpose oder der Abspannmontage - dazu vom Boot durch Klopfen mit dem Wallerholz, Vertikalangeln und mit großen Gummifischen. Das Gerät ist schwer: eine Wallerrute von 2,70 bis 3,20 m mit hohem Wurfgewicht, eine kräftige Stationär- oder Multirolle, eine dicke geflochtene Schnur (0,40 bis 0,60 mm) und ein Wallervorfach aus Hardmono oder Geflecht (0,80 bis 1,20 mm). Beste Zeit sind die warmen Sommermonate und die Nacht. In den meisten Bundesländern hat der Wels keine Schonzeit; das Mindestmaß ist sehr unterschiedlich oder fehlt ganz.

bis ~2,85 m
Maximale Längeüber 100 kg möglich; größter Süßwasserfisch Europas
127 kg
Schwerster gewogener WelsDino Ferrari, Po (Italien), 2015
Mai-Jul
LaichzeitSommerlaicher, ab etwa 18 °C

Der Wels - oder Waller - ist die größte Nummer im Süßwasser: Europas größter Raubfisch, ein nachtaktiver Lauerjäger mit breitem Maul, langen Barteln und einer Kraft, die jedes Gerät an die Grenze bringt. Dieser Guide dreht sich um das, worauf es beim Angeln auf Wels wirklich ankommt - die beste Zeit und die richtigen Stellen, die fängigsten Köder und Montagen, die Methoden vom Klopfen bis zum Abspannen und die komplette, bewusst schwere Ausrüstung vom Rutengriff bis zum Vorfach. Den Steckbrief mit Biologie und Rekorden finden Sie am Ende.

Die beste Zeit zum Welsangeln

Der Wels ist ein wärmeliebender Fisch, und das bestimmt sein ganzes Jahr. Sein Aktivitätsoptimum liegt bei etwa 25 bis 27 Grad Wassertemperatur; am gefräßigsten ist er um die 20 Grad, und unter etwa 8 Grad stellt er die Nahrungsaufnahme weitgehend ein und zieht sich in die tiefsten Bereiche zurück. Entsprechend ist die warme Jahreszeit von Mai bis Oktober die Hauptzeit, mit dem August als Hochsaison.

Über den Tag ist der Wels überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv - die besten Bisszeiten sind Abend, Nacht und der ganz frühe Morgen. An trüben, warmen Tagen und mit fallendem Luftdruck beißt er aber auch tagsüber, oft in den Mittagsstunden. Eine Besonderheit der Sommerhitze: Wenn der Sauerstoff im stehenden Wasser knapp wird, sammeln sich die Welse im sauerstoffreichen Wasser unterhalb von Wehren und Turbinen - dann sind diese Stellen Gold wert. Im Hochsommer steht der Waller auch flacher als man denkt, weil sich dort die Kleinfischschwärme tummeln, von denen er lebt.

Wo steht der Wels?

Der Wels ist ein Lauerjäger: Er liegt tagsüber in der Deckung, verlässt sie zum Beutezug und kehrt zurück. Seine Standplatzwahl folgt drei Bedürfnissen - Deckung, Strömungsschatten zum energiesparenden Liegen und die Nähe zu Futterfisch. Daraus ergeben sich die klassischen Hotspots:

  • Tiefe Kolke, Löcher und Rinnen im Gewässerboden sind die Kern-Standplätze, ganzjährig. Hier verbringt der Wels die Zeit zwischen den Beutezügen.
  • Totholz, versunkene Bäume und Unterstände bieten Deckung und sind fast immer ein Anhaltspunkt.
  • Abbruch- und Steilkanten in der Bodenstruktur.
  • Wehre, Turbinenwasser und Stauanlagen - besonders in Hitzeperioden die sauerstoffreichsten Stellen.
  • Buhnenköpfe, Gumpen und Strömungstaschen im Fluss, wo der Wels im Strömungsschatten liegt; Hindernisse wie Steinhaufen erzeugen Drehströmungen mit ruhigen Zonen.
  • Hafenbecken und Brückenpfeiler.

Beide Gewässertypen funktionieren - der große, langsam fließende Strom (Rhein, Elbe, Donau, Po, Ebro) genauso wie der See mit seinen Steilkanten und Tiefenlöchern. Bei Hochwasser ziehen Welse an die Kanten und in überflutete Bereiche, bei fallendem Wasser zurück ins Tiefe.

Die besten Wels-Köder

Beim Wels führen Naturköder, ergänzt um große Kunstköder fürs Spinnfischen. Eine Übersicht aller Ködertypen steht im Köder-Bereich.

KöderEinsatzGröße
Toter KöderfischAnsitz an U-Pose/Abspann, ganzjährig20 bis 40 cm (schlank)
TauwurmbündelFrühjahr und Sommer, vielseitig10 bis 20 Würmer am Haken
Calamari (Tintenfisch)Sommerhitze, intensiver Geruchganzer Tintenfisch/Tube
Blutegelschwierige Tage, starke Vibrationim Bündel
Boilies / Pelletsam Karpfen-Futterplatz40 bis 50 mm / 20 bis 50 mm
Gummifisch / Big BaitSpinnfischen13 bis 18 cm (Sommer bis 24 cm)

Naturköder

Der tote Köderfisch ist der Klassiker - bevorzugt schlanke Arten wie Portionsforelle oder Döbel; hochrückige Fische wie Brassen taugen schlechter. An großen Flüssen darf der Köder groß sein (bis 40 cm), an der U-Pose und im See reichen 20 bis 30 cm. Das Tauwurmbündel mit 10 bis 20 Würmern ist gerade dort fängig, wo wenig Weißfischdruck herrscht. In der Sommerhitze ist Calamari (Tintenfisch) eine Top-Wahl, der medizinische Blutegel gilt als Wunderwaffe an schwierigen Tagen. Wo Karpfenangler füttern, fangen auch Boilies und Pellets (40 bis 50 mm, um den Karpfen-Beifang zu reduzieren). Der lebende Köderfisch ist in Deutschland verboten - verwendet wird ausschließlich der tote.

Kunstköder zum Spinnfischen

Zum aktiven Spinnfischen reichen Gummifische von 13 bis 18 cm auch für kapitale Welse, im Hochsommer dürfen es XXL-Köder bis etwa 24 cm sein; dazu Big Baits mit starker Druckwelle und schwere Blinker (50 bis 100 g). Das Jigkopf-Gewicht liegt je nach Strömung bei 30 bis 50 g. Weil der Wels ein oberständiges Maul hat und fast immer von unten nach oben angreift, arbeitet man die Wasserschichten von oben Richtung Grund ab.

Methoden auf Wels

Klopfen mit dem Wallerholz

Das Klopfen (Klonk) ist die spektakulärste Wallermethode. Das Wallerholz hat eine tellerförmige Tauchschaufel; zieht man es durchs Wasser und knickt kurz vor dem Austritt das Handgelenk ein, platzt eine Luftblase und erzeugt den charakteristischen Plopp. Dieser Schall lockt den Wels an - vermutlich hält er ihn für einen fressenden Artgenossen. Geklopft wird nur vom Boot, der Köder hängt mithilfe des Echolots senkrecht über dem georteten Fisch. Besonders effektiv ist die Methode bei trübem Wasser über 15 Grad. Der Biss lässt sich über das Sonar geradezu beobachten.

Abspannen und Unterwasserpose

Das Abspannen ist die klassische Ansitzmethode am Fluss: Die Montage wird über eine Reißleine an einem Festpunkt am gegenüberliegenden Ufer, an Totholz oder einer Boje befestigt, sodass der Köder gezielt über dem Kolk oder Hindernis steht. Die Unterwasserpose (U-Pose) hält den Köder dabei ein Stück über Grund schweben. Bei einem Biss reißt die dünne Reißleine (etwa 0,30 bis 0,40 mm Mono) vom Festpunkt los, und der Drill beginnt. Als Beschwerung dient bevorzugt ein Stein von 1,5 bis 5 kg an einer Sollbruchstelle - umweltschonender als Blei und sicher gegen Hänger.

Bojenmontage

Die Bojenmontage ist das Abspannen vom Boot: Eine Boje hält die Montage am Platz, der Köder schwebt in vorgegebener Tiefe im Mittelwasser, etwa vor einem versunkenen Baum. Die Auslegerschnur ist etwa doppelt so lang wie die Wassertiefe, verankert wird mit einem schweren Stein oder Klappanker (rund 10 bis 15 kg). Ein Zwei-Haken-System (Einzelhaken durchs Maul, Angstdrilling im hinteren Drittel) sorgt für die Bissausbeute.

Vertikalangeln

Vertikal angelt man vom Boot mit Echolot und E-Motor - vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn die Welse inaktiv in den Löchern stehen. Der Köder wird zum Grund gesenkt, sofort etwa 30 cm angehoben und 5 bis 15 Sekunden gehalten; je langsamer das Wasser fließt, desto lebhafter führt man. Gefischt wird mit handlangen Köderfischen oder Gummifischen von 10 bis 20 cm mit Tellerschwanz an einer kurzen, steifen Vertikalrute.

Spinnfischen

Aktiv geht es beim Spinnfischen mit großen Gummifischen und Big Baits. Oft reicht monotones Einkurbeln; den Big Bait lässt man zu Grund sinken und führt ihn dann mit kräftigen, langen Zügen von 1 bis 1,5 m, deren starke Vibration der Wels über das Seitenlinienorgan wahrnimmt. Beste Spots sind tiefe Rinnen, Brücken, Kaimauern und versunkene Bäume.

Ansitz mit Naturköder

Der klassische Nachtansitz mit Naturköder am Grund oder an der Pose ist nach wie vor die fängigste Methode auf große Welse. Beim Selbsthak-Prinzip hängt der Köder an einem schweren Festblei (ab 250 g, im großen Fluss deutlich mehr) - der Wels hakt sich beim Abziehen weitgehend selbst. Den Biss zeigen ein elektronischer Bissanzeiger oder eine Glocke mit Knicklicht. Die passenden Montagen folgen im nächsten Abschnitt.

Köder ausbringen ohne Boot

Ist kein Boot erlaubt oder vorhanden, bringt die Zwei-Ruten-Technik die Montage auf Distanz: Die Schnur einer Hilfsrute wird durch den Karabiner der Hauptrute geschlauft, ein schweres Blei zum Zielpunkt geworfen und die Montage nach dem Absinken vorsichtig zurückgeführt. Mit Abspann- oder Auslegeboot lassen sich Köder noch gezielter platzieren.

Welsmontagen

Drei Montagen decken das Welsangeln ab; die Grundlagen stehen im Montagen-Guide und bei den Angelknoten.

Unterwasserpose (U-Pose)

Der Aufbau von der Hauptschnur weg: Grundblei (ab 250 g für den Selbsthakeffekt), Wirbel, dann das Vorfach mit der U-Pose kurz vor dem Köder. Die Pose hat einen Auftrieb von etwa 15 bis 50 g und hält den Köder ein Stück über Grund; der Abstand zwischen Pose und Köder beträgt 10 bis 15 cm. Das Vorfach ist 1,5 bis 2 m lang (im Fluss länger). Beim Köderfisch sitzt der Einzelhaken im Kopf, der Angstdrilling an der Flanke (Strömung) oder der Schwanzwurzel (Stillwasser).

Abspannmontage mit Reißleine

Hauptschnur - Easyclip/Stopper - Perle - Wallerpose - Durchlaufblei (mit Gummiperle gepuffert) - kräftiger Wirbel - Wallervorfach. Zum Festpunkt führt eine geflochtene Auslegerschnur (0,40 bis 1,0 mm), dazwischen eine monofile Reißleine (0,30 bis 0,40 mm) als Sollbruchstelle. So steht der Köder exakt über dem Hotspot und löst sich beim Biss sauber.

Grundmontage (Selbsthak)

Für den einfachen Ansitz fixiert man ein schweres Festblei (250 bis 800 g) und bindet ein kurzes, robustes Vorfach (30 bis 40 cm, Geflecht 0,80 bis 1,00 mm) mit großem Einzelhaken an. Das Gewicht des Bleis setzt beim Abziehen den Haken. Für Pellets und Boilies kommt ein Haar-Rig mit Einzelhaken 6/0 bis 9/0 zum Einsatz.

Die richtige Wallerrute

Die Wallerrute muss schwer sein - aber nicht so hart, wie viele meinen. Bewährt ist eine parabolische bis semiparabolische Aktion, die die brutalen Kopfschläge und Fluchten abpuffert und so Schnur und Haken schont, kombiniert mit kräftigem Rückgrat für den Drill. Reine Spinnruten dürfen straffer sein. Als Material dient Kohlefaser oder eine Glas-Kohle-Mischung.

EinsatzLängeWurfgewicht
Ansitz / Abspannen (Ufer)2,70 bis 3,20 m150 bis 600 g
Abspannen, weite Distanzbis 3,40 mbis 500 g
Unterwasserpose2,80 bis 3,00 m300 bis 500 g
Klopfen (Boot)2,50 bis 3,00 m100 bis 200 g
Vertikalangeln (Boot)rund 2,00 mKöder bis ~200 g
Spinnfischenab 2,70 m30 bis 180 g

Ein ehrlicher Praxis-Hinweis: Ruten mit 400 bis 600 g Wurfgewicht sind oft überdimensioniert und für Köderpräsentation und Drill nicht ideal - die meisten Situationen sind mit 300 bis 400 g abgedeckt. Mehr zu Modellen steht im Ausrüstungs-Bereich.

Die passende Wallerrolle

Hier zählt nicht die Größennummer, sondern Bremskraft und Schnurfassung. Zur Auswahl stehen zwei Typen:

  • Die große Stationärrolle ist anfängerfreundlich und ideal bis etwa 200 m Distanz. Sie sollte mindestens 250 m dicke geflochtene Schnur fassen und eine Bremskraft von rund 12 bis 28 kg haben.
  • Die Multirolle (Baitcaster) spielt ihre Stärke beim passiven Angeln auf weite Distanz, beim schweren Abspannen und beim Vertikalangeln aus - kraftvoller, direkter Schnureinzug, oft mit 16 bis 30 kg Bremskraft.

Viele Angler bevorzugen aus Bedienungsgründen die Stationärrolle; beide Typen sind in der Praxis akzeptiert. Mehr dazu im Rollen-Bereich.

Schnur und Vorfach

Als Hauptschnur dient eine dicke geflochtene Schnur von 0,40 bis 0,60 mm (beim schweren Ansitz bis 0,70 mm), mit einer Mindesttragkraft von etwa 14 kg - reale Wallerschnüre tragen 30 bis 50 kg und mehr. Davor gehört eine Schlagschnur (Snag Leader) von 20 bis 30 m und 0,80 bis 1,00 mm, die die Hauptschnur vor dem Abrieb an Hindernissen und vor den Kräften im Drill schützt.

Das Wallervorfach besteht aus Hardmono/Mono (1,0 bis 1,4 mm) oder geflochtenem Wallergeflecht (0,80 bis 1,00 mm, Tragkraft 80 bis 100 kg). Die Länge liegt bei der Abspannmontage um 1,2 bis 1,5 m, bei der U-Pose um 1,8 bis 2 m. Als Haken kommen große Wallerhaken zum Einsatz - Einzelhaken etwa 1/0 bis 5/0, bei großem Köderfisch bis 10/0, kombiniert mit einem Angstdrilling (2/0 bis 4/0), weil der Wels den Köder oft von hinten attackiert. Details im Schnur-Bereich.

Tackle-Setup auf einen Blick

KomponenteAllround-Empfehlung
Rute3,00 m, Wurfgewicht 300 bis 400 g, parabolisch
Rollegroße Stationärrolle, Bremskraft ab ~15 kg, 250 m+ Geflecht
Schnurgeflochten 0,40 bis 0,50 mm, dazu Schlagschnur 0,80 mm
VorfachHardmono 1,2 mm oder Geflecht 0,90 mm, 1,5 bis 2 m
HakenEinzelhaken 6/0 bis 10/0 + Angstdrilling
Ködertoter Köderfisch 25 bis 35 cm an der U-Pose

Drill, Landung und Handling

Der Drill eines Großwelses ist eine eigene Liga: schwere, meterweise Kopfschläge, die an der Schnur reißen, und ein Kampf, der sich lange hinziehen kann. Man hält die Rute hoch, pumpt den Fisch kontrolliert heran und gibt im richtigen Moment Schnur, statt stur zu halten. Der Anschlag muss wegen des harten Welsmauls kräftig sitzen; beim Abspannen gibt schon der erste Anhieb die Reißleine frei, bei Selbsthakmontagen hakt sich der Fisch am schweren Blei selbst.

Gelandet wird ein Wels am besten mit dem Unterkiefer- bzw. Maulgriff - man greift mit der Hand ins breite Maul und hält den Unterkiefer. Wichtig: ein Handschuh, denn die Zahnkissen (Bürstenzähne) scheuern die Haut blutig. Ein Gaff ist tabu, und große Welse werden grundsätzlich schonend behandelt und meist zurückgesetzt - die Rekordfänge der letzten Jahre wurden bewusst nur gemessen, nicht gewogen, um den Fisch nicht zu schädigen. Zwei praktische Warnungen: Welsblut kann im menschlichen Auge Entzündungen auslösen, und zum Wiegen oder Fotografieren gehören eine Wiegeschlinge, nasse Hände und eine weiche Unterlage.

Die häufigsten Fehler beim Welsangeln

  • Zu hartes Gerät - eine 600-g-Rute pufferte die Kopfschläge nicht ab; 300 bis 400 g und eine parabolische Aktion fischen sich besser.
  • Schnur nicht abgespannt - eine durchhängende oder im Wind singende Hauptschnur verschreckt die Fische; die Schnur über dem Wasser straff halten.
  • Zu große Drillinge - kleinere Größen (2/0 bis 4/0) greifen im Welsmaul sicherer.
  • Köder am falschen Platz - der Wels steht an Kolk, Holz und Wehr; ein Köder auf der freien Fläche bleibt oft unbeachtet.
  • Ohne Handschuh landen - die Bürstenzähne verletzen die Hand.
  • Tagsüber bei Kälte - der Wels ist wärme- und nachtaktiv; bei unter 8 Grad steht er tief und beißfaul.

Welsangeln für Einsteiger

Der Einstieg gelingt mit einem soliden Ansitz-Set: eine 3-m-Wallerrute (um 300 g), eine kräftige große Stationärrolle mit dicker geflochtener Schnur, ein paar fertige Wallervorfächer mit Einzelhaken plus Angstdrilling, schwere Bleie und eine Unterwasserpose. Dazu gehören eine Glocke oder ein Bissanzeiger, ein Handschuh und eine Abhakmatte. Suchen Sie einen Kolk oder eine Stelle an Totholz, bieten Sie einen toten Köderfisch oder ein Tauwurmbündel an der U-Pose über Grund an und fischen Sie in der Dämmerung und Nacht - dann beißen die großen Waller.

Schonzeit und Mindestmaß

Beim Wels ist die Rechtslage besonders uneinheitlich. In den meisten Bundesländern hat der Wels keine gesetzliche Schonzeit - anders als Hecht oder Zander wird er als wärmeliebender Sommerlaicher und großer, oft als invasiv geltender Räuber vielerorts ohne eigenes Schonfenster geführt. Auch das Mindestmaß variiert stark: Manche Länder schreiben gar keines vor (etwa Nordrhein-Westfalen), andere 30 bis 70 cm. Die genauen, quellenbelegten Werte je Bundesland finden Sie im Hub Wels-Schonzeit. Maßgeblich ist immer die aktuelle Verordnung Ihres Bundeslandes sowie die Bestimmung des Gewässer-Bewirtschafters.

Der Wels im Steckbrief

Der Wels (Silurus glanis) ist der größte Süßwasserfisch Europas und der einzige heimische Vertreter der Echten Welse (Siluridae). Sein langer, schuppenloser Körper läuft in eine lange, bis zur Schwanzflosse reichende Afterflosse aus; der breite, abgeflachte Kopf trägt ein riesiges Maul mit zwei langen Barteln am Oberkiefer und vier kürzeren am Unterkiefer, mit denen er im Trüben und Dunkeln seine Beute ortet. Das Maul ist mit feinen, nach hinten gerichteten Bürstenzähnen besetzt.

Die meisten gefangenen Welse messen 1,0 bis 1,5 m, kapitale Fische über 2 m bei über 100 kg. Der schwerste offiziell gewogene Wels brachte 127 kg auf die Waage (Dino Ferrari, Po-Delta, 2015); die längsten gemessenen Angelfänge liegen um 2,85 bis 2,92 m (Po und ein polnischer Stausee) - sie wurden bewusst nicht gewogen, sondern zurückgesetzt. Welse können ausgesprochen alt werden: dokumentiert sind rund 80 Jahre für wildlebende Tiere. Ursprünglich in Ost- und Südosteuropa sowie im Donauraum beheimatet, hat sich der Wels über Besatz und eigene Ausbreitung weit nach West- und Mitteleuropa ausgedehnt; im Rhein-Stromgebiet ist er heute fest etabliert. Gelaicht wird im Frühsommer, sobald das Wasser auf etwa 18 Grad steigt: Das Männchen legt eine Laichgrube an und bewacht das Gelege. Auf dem Speiseplan stehen Fische aller Art, dazu Krebse, Frösche, Wasservögel und Kleinsäuger - der Wels ist ein opportunistischer Allesfresser.

Wels in der Küche

Welsfleisch ist weiß, fest und nahezu grätenfrei - ein guter Speisefisch, der sich braten, räuchern und filetieren lässt. Für die Küche eignen sich vor allem kleinere Welse (Portionswaller): Sehr große, alte Fische reichern als langlebige Spitzenräuber eher Schadstoffe an und werden ohnehin meist schonend zurückgesetzt. Wer einen maßigen Wels verwertet, bekommt ein ergiebiges, mildes Filet.

Mehr zum Wels

Vertiefen

Schonzeit & MindestmaßAlle 16 Bundesländer, quellenbelegt mit Stand.Ansehen →Größe & WachstumWie groß wird ein Wels?Der Wels ist der größte Süßwasserfisch Europas - und um kaum eine Art ranken sich so viele überzogene Zahlen. Was ist Durchschnitt, was Ausnahme, was Legende? Ein nüchterner Blick auf Länge, Gewicht, Wachstum und Alter.Ansehen →RekordDer größte Wels der Welt2,85 Meter aus dem Po, knapp 135 Kilogramm nach offizieller Wertung, ein 2,81-Meter-Fisch aus Bayern: Die Rekorde des Wels sind spektakulär - aber man muss Längen-Bestmarke und Gewichtsrekord sauber trennen. Und die 3-Meter-Welse? Bleiben Legende.Ansehen →AngelnWels angeln: MethodenDer Wels ist der größte und kräftigste Süßwasser-Raubfisch Europas - sein Fang verlangt schweres Gerät und die richtige Methode. Vom Ansitz mit der Unterwasser-Pose übers Klopfen mit dem Wallerholz bis zum Spinnfischen: die Techniken, Zeiten und Standplätze im Überblick.Ansehen →KöderWelsköder: Welche Köder fangen WelsDer Wels ist ein Nahrungsopportunist - er frisst, was leicht zu erbeuten ist. Das erklärt die enorme Ködervielfalt, vom Tauwurmbündel über stinkenden Calamari bis zum zappelnden Blutegel. Der Schlüssel liegt in zwei Reizen: Geruch und Bewegung. Welcher Köder wann fängt.Ansehen →MontageWels-Montage: U-Pose, Abspannmontage & VorfachWels-Montagen sind grobes Kaliber: schwere Vorfächer, Auftriebskörper, Haken in XXL. Wie die Unterwasser-Pose aufgebaut wird, was die Abspann- von der Bojenmontage unterscheidet und warum der stärkste Süßwasserfisch trotz Zähnen kein Stahlvorfach braucht.Ansehen →KücheWels zubereiten: filetieren, häuten & RezepteWelsfleisch ist fest, weiß, mild und grätenarm - ein hervorragender Speisefisch, wenn man zwei Dinge beachtet: die dicke Haut abziehen und bei großen Welsen die fetten, tranigen Teile wegschneiden. Wie Sie den Waller häuten, filetieren und auf den Punkt braten.Ansehen →

Häufige Fragen zum Wels

Welche Rute und Rolle braucht man zum Welsangeln?

Eine schwere Wallerrute von 2,70 bis 3,20 m mit hohem Wurfgewicht (150 bis 600 g, je nach Methode), parabolischer bis semiparabolischer Aktion. Dazu eine kräftige große Stationärrolle (Bremskraft 12 bis 28 kg, 250 bis 300 m dicke geflochtene Schnur) oder eine Multirolle für weite Distanzen und das Vertikalangeln. Praxis-Tipp: Ruten mit 400 bis 600 g Wurfgewicht sind oft überdimensioniert - für die meisten Situationen reichen 300 bis 400 g.

Welcher Köder ist der beste auf Wels?

Die fängigsten Naturköder sind der tote Köderfisch (schlanke Forelle oder Döbel, 20 bis 40 cm), das Tauwurmbündel und in der Sommerhitze Calamari (Tintenfisch); dazu Blutegel und am Karpfenplatz Boilies und Pellets (40 bis 50 mm). Zum Spinnfischen kommen große Gummifische und Big Baits von 13 bis 18 cm zum Einsatz. Der lebende Köderfisch ist in Deutschland verboten.

Mit welcher Methode fängt man Wels?

Die klassische Methode ist der Nachtansitz mit Naturköder an der Unterwasserpose (U-Pose) oder der Abspannmontage, die den Köder gezielt über einem Kolk schweben lässt. Vom Boot sind das Klopfen mit dem Wallerholz, das Vertikalangeln mit Echolot und die Bojenmontage sehr fängig; aktiv geht es mit großen Gummifischen und Big Baits.

Wann und wo beißt der Wels?

Der Wels ist wärmeliebend und überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Hauptsaison sind die warmen Monate von Mai bis Oktober mit dem August als Hochzeit; sein Aktivitätsoptimum liegt bei etwa 25 bis 27 Grad. Er steht als Lauerjäger an tiefen Kolken und Löchern, an Totholz und Unterständen, Steilkanten, Buhnenköpfen und - bei Hitze - im sauerstoffreichen Wasser unterhalb von Wehren.

Hat der Wels eine Schonzeit?

In den meisten Bundesländern hat der Wels keine gesetzliche Schonzeit. Das Mindestmaß ist sehr unterschiedlich: Manche Länder haben gar keines (z. B. NRW), andere 30 bis 70 cm. Die genauen, quellenbelegten Werte je Bundesland stehen im Hub Wels-Schonzeit. Maßgeblich ist immer die Verordnung Ihres Bundeslandes und die Bestimmung des Gewässer-Bewirtschafters.

Wie groß wird ein Wels und was ist der Weltrekord?

Der Wels ist Europas größter Süßwasserfisch. Die meisten gefangenen Tiere messen 1,0 bis 1,5 m, kapitale Fische über 2 m. Der schwerste offiziell gewogene Wels brachte 127 kg auf die Waage (Dino Ferrari, Po, 2015); die längsten gemessenen Fänge liegen um 2,85 bis 2,92 m - sie werden heute meist nur gemessen und schonend zurückgesetzt, nicht gewogen. Welse können über 80 Jahre alt werden.

Quellen

Stand der Angaben: Juni 2026. Angaben ohne Gewähr.