Den Aal fängt man am zuverlässigsten im nächtlichen Ansitz am Grund - mit einem halben Tauwurm oder einem kleinen toten Köderfisch an einer einfachen Laufbleimontage. Beste Zeit sind warme, schwüle Sommernächte, am besten nach einem Gewitter; gute Stellen sind Steinpackungen, Krautfelder, Totholz und Wehre. Das Gerät ist solide: eine Grundrute von 3,00 bis 3,30 m mit 50 bis 80 g Wurfgewicht, eine Stationärrolle mit Freilauf, monofile Schnur (0,30 bis 0,40 mm) und ein Mono-Vorfach. Weil der Europäische Aal vom Aussterben bedroht ist und den Köder tief schluckt, gehört ein Kreishaken ans Vorfach - er hakt im Maulwinkel statt im Schlund. In fünf Bundesländern hat der Aal eine Schonzeit, das Mindestmaß liegt meist bei 50 cm.
Der Aal ist der geheimnisvollste Fisch unserer Gewässer: ein nachtaktiver, schlangenförmiger Jäger, der über Jahre im Süßwasser heranwächst und am Ende seines Lebens über 5.000 Kilometer in den Atlantik zieht, um ein einziges Mal zu laichen. Er ist auch einer der spannendsten Angelfische - und ein stark gefährdeter. Dieser Guide dreht sich um das Angeln auf Aal: die beste Zeit und die richtigen Stellen, die fängigsten Köder und Montagen, die passende Ausrüstung. Und er nimmt den Schutzstatus ernst - mit einem eigenen Kapitel zum schonenden Haken und Zurücksetzen.
Die beste Zeit zum Aalangeln
Der Aal ist wärmeliebend: Ab etwa 10 Grad Wassertemperatur lohnt das Angeln, mit steigender Wärme wird er aktiver und frisst mehr. Die Saison beginnt zaghaft Ende März, läuft mit Mai bis September auf Hochtouren und gipfelt im Juli und August. Im September und Oktober fressen die Aale bevorzugt kleine Fische, im November fallen nur noch Einzelfänge; von Dezember bis Februar ruht das Aalangeln praktisch.
Über den Tag ist der Aal klar nachtaktiv - die Top-Zeit beginnt mit der Dämmerung. Das perfekte Aalwetter ist eine warme, bewölkte, schwüle Nacht, idealerweise mit einem Gewitter in der Luft oder kurz nachdem es vorbeigezogen ist. Steigt das Wasser durch Regen leicht an und trübt sich ein, sind die Bedingungen optimal - in großen, ohnehin trüben Flüssen laufen Aale dann sogar tagsüber. Wichtig ist die Unterscheidung: langsam steigendes Wasser ist gut, extrem schnell steigendes Hochwasser verdirbt den Appetit. Helle Vollmondnächte bringen weniger; und bei einem aufziehenden Gewitter wird das Angeln sofort eingestellt - Ruten sind hervorragende Blitzableiter.
Wo steht der Aal?
Der Aal ist ein nachtaktiver Bodenfisch, der tagsüber Verstecke sucht und nachts auf Beutezug geht - oft dicht am Ufer entlang. Die Faustregel: Je näher man an Hindernissen und Strukturen fischt, desto eher kommt der Biss.
Im Fluss sind das:
- Steinpackungen und Buhnen - am Fuß der Steine sollte immer eine Montage liegen, denn die Steinschüttung steckt voller Nahrung; am Kopf der Buhnen finden sich ausgespülte, tiefere Kolke.
- Strömungskanten zwischen ruhigem Wasser und Hauptstrom, Brückenpfeiler, Poller und Spundwände als Strömungsschatten.
- Wehre - unterhalb liegen ausgespülte, tiefe Bereiche.
- Totholz, umgestürzte Bäume und Mündungen von Nebengewässern.
Im See sind es Schilf- und Krautfelder (Schutz und Nahrung), Seerosen (Aale pflücken Schnecken von den Blättern), versunkenes Geäst, Stege, große Steine und die abfallende Uferkante. Im Spätherbst ziehen die Aale in die tiefsten Zonen (10 bis 20 m und mehr). Generell bevorzugt der Aal Gewässer mit schlammigem Grund, in den er sich tagsüber teils eingräbt. Ein Unterschied im Bissverhalten: Im Fluss packt der Aal oft heftig zu, im See geht er zaghafter ans Werk.
Die besten Aal-Köder
Beim Aal führen Naturköder. Eine Übersicht aller Ködertypen steht im Köder-Bereich.
| Köder | Einsatz | Größe |
|---|---|---|
| Tauwurm (halb, mit Nadel) | der Allround-Aalköder, ganzjährig | halber Wurm; ganzer für Großaale |
| Mistwurm / Rotwurm | zu Saisonbeginn oft top | im Bündel |
| Toter Köderfisch | gezielt auf große Aale | bis 8 cm (schlank) |
| Bienenmade + Fleischmade | als Cocktail, fängig | am Wurmhaken |
| Fischfetzen | hält gegen Krebse, an Großaale | schlank geschnitten |
| Leber (Geflügel/Schwein) | alter Geruchsköder | im Strumpf eingebunden |
Würmer
Der Tauwurm ist der Aalköder Nummer eins. Weil der Aal ein schmales Maul hat, fängt ein halber Tauwurm, mit der Wurmnadel der Länge nach aufgezogen, am besten: Er hält gut, gibt Aroma ab und sorgt für wenige Fehlbisse - ein dicker Wurmknäuel im Hakenbogen produziert dagegen Fehlbisse. Lässt man die Hakenspitze am Wurmende frei und den Kopf beweglich, selektiert das auf hakbare Bisse. Zu Saisonbeginn sind kleine Mistwürmer oft der Köder schlechthin, im Spätsommer ein ganzes Wurmbündel.
Köderfisch und mehr
Auf gezielt große Aale ist ein kleiner toter Köderfisch (nicht länger als 8 cm - Rotauge, Laube, kleiner Barsch) der bessere Happen, vor allem wenn zu viele Weißfische am Platz sind; ab der 80-cm-Marke darf es auch ein ganzer oder zwei Tauwürmer sein. Bienenmaden in Kombination mit Fleischmaden gelten als echter Geheimtipp, Fischfetzen halten länger gegen Krebse als Würmer. Der Aal hat einen ausgeprägten Geruchssinn - Aromen wie Fischöl, Blut oder Leber verstärken die Lockwirkung. Der lebende Köderfisch ist in Deutschland verboten (§ 17 Tierschutzgesetz); verwendet wird ausschließlich der tote.
Methoden auf Aal
Grundangeln im Ansitz
Das nächtliche Grundangeln ist die mit Abstand wichtigste Aalmethode: Der Köder liegt am Grund, der Aal nimmt ihn beim Beutezug auf. Man stellt zwei bis drei Ruten an verschiedenen Strukturen auf, fischt mit offenem Rollenbügel oder Freilauf, damit der Aal beim Anfassen keinen Widerstand spürt, und zeigt den Biss über Aalglocke und Knicklicht oder einen elektronischen Bissanzeiger an. Am Fluss stellt man die Ruten hoch auf, um möglichst viel Schnur aus dem Strömungsdruck zu halten.
Posenangeln
Im Stillwasser und an kurzen Distanzen ist eine feine Posenmontage fängig, vor allem über Schlamm oder Kraut, wo der Köder knapp über Grund stehen soll. Eine fein ausgebleite Pose mit 2 bis 4 g Tragkraft bietet dem Aal beim Biss kaum Widerstand; nachts kommt eine Knicklichtpose zum Einsatz. Ein Signalschrot kurz vor dem Haken verbessert die Bisserkennung.
Nachtangeln - die Regeln
Der Aal beißt mit der Dunkelheit, oft in zwei Phasen: von der Dämmerung bis etwa 1 Uhr, dann eine Pause, und gegen 3 bis 4 Uhr eine zweite Phase bis zur Morgendämmerung. Die wichtigste Regel: kein künstliches Licht auf die Wasseroberfläche - das verscheucht die Aale; eine dezente (Rot-)Kopflampe genügt am Platz. Zur Grundausstattung gehören eine gute Lampe, ein Erste-Hilfe-Set und Vorsicht an feuchten, glitschigen Ufern.
Aalmontagen
Drei Montagen decken das Aalangeln ab; die Grundlagen stehen im Montagen-Guide und bei den Angelknoten.
Laufbleimontage (Grundmontage)
Der Standard: ein Durchlaufblei auf der Hauptschnur, mit Gummiperle gepuffert, dann ein Wirbel und ein 40 bis 60 cm langes Mono-Vorfach mit dem Haken. Am Fluss bevorzugt man flache Bleie (Sargblei), die in der Strömung nicht wegrollen; das Gewicht liegt je nach Strömung und Wurfweite bei 50 bis 80 g, im Stillwasser auch deutlich weniger. Das Durchlaufprinzip lässt den Aal widerstandsfrei abziehen.
Seitenarm und Anti-Tangle
Auf schlammigem oder krautigem Boden bietet man das Blei am Seitenarm oder an einem Anti-Tangle-Boom an, damit der Köder nicht einsinkt und sich die Montage nicht verheddert; eine große Durchlauföffnung sorgt für reibungslosen Schnurablauf. Ein Seitenarm mit kurzer Sollbruchstelle bewahrt bei Hängern vor dem Totalverlust.
Festblei- und Selbsthakmontage
Bei der Selbsthakmontage sitzt ein schweres Inline- oder Festblei (englische Variante: rund 75 g) am Ende der Hauptschnur - der Aal hakt sich beim Abziehen am Bleigewicht selbst. In Verbindung mit dem Kreishaken (siehe unten) ist das die fischschonendste Variante.
Bisserkennung, Anhieb und der Kreishaken
Hier liegt der wichtigste Punkt beim Aalangeln - aus Tierschutzsicht und beim Zurücksetzen. Das Problem: Der Aal schluckt den Köder tief, und seine lebenswichtigen Organe liegen nur etwa anderthalb Zentimeter hinter der Maulöffnung. Ein tief gehakter Aal überlebt das Zurücksetzen oft nicht - beim stark gefährdeten Aal ein echtes Problem.
Der klassische Weg, dem Aal nach dem Biss erst Schnur zu geben und spät anzuschlagen, führt genau zum tiefen Schlucken. Es gibt zwei bessere Wege:
- Feiner fischen und früher reagieren: Schon größere Haken (Größe 2 bis 6) verhindern tiefes Schlucken; schlanke Köder und nicht zu schwere Bleie reduzieren Fehlbisse, sodass man den Biss früher verwerten kann.
- Der Kreishaken (Circle Hook): Seine Spitze ist fast 90 Grad nach innen gebogen. Er gleitet an Schlund und Gaumen ab und greift erst vorne im Maulwinkel in die Lippe - ein Lippenhaken statt eines Schlundhakens. Wichtig: nicht anschlagen! Man baut durch zügiges Anheben der Rute und Kurbeln steigenden Druck auf, der Fisch hakt sich selbst, meist beim ersten Run. Beim Beködern lässt man Hakenspitze und einen Teil des Bogens frei, damit sich der Haken eindrehen kann.
Der Effekt ist messbar: In Vergleichen sinkt der Anteil tief gehakter Fische drastisch, die Überlebensrate zurückgesetzter Fische steigt deutlich. In der deutschen Aal-Praxis sind Kreishaken noch nicht Standard - fachlich und tierschutzrechtlich sind sie beim tief schluckenden Aal aber klar das überlegene Werkzeug. Sitzt der Haken trotzdem tief, gilt die eiserne Regel: Vorfach so dicht wie möglich vor dem Maul kappen - niemals den Haken herausoperieren oder -reißen. Der Aal stößt den Haken über Tage selbst ab, die Wunde heilt in der Regel folgenlos.
Die richtige Aalrute
Am großen Fluss ist eine Grundrute von 3,00 bis 3,60 m mit 50 bis 100 g Wurfgewicht das Maß der Dinge: sensible Spitze für die Bisserkennung, aber kräftiges Rückgrat, um den Aal sofort vom Hindernis wegzukurbeln, bevor er sich festwickelt. Am kleinen Gewässer, See oder Kanal reicht eine kürzere Rute mit 40 bis 60 g. Fürs Posenangeln eignet sich eine längere, feinere Rute mit 30 bis 60 g. Mehr zu Modellen steht im Ausrüstungs-Bereich.
Rolle, Schnur und Vorfach
Als Rolle dient eine stabile Stationärrolle der Größe 4000 bis 6000 mit mindestens 100 m Schnurfassung. Sehr empfehlenswert ist ein Freilauf (Baitrunner): Der Aal kann beim Biss widerstandsfrei Schnur nehmen, ohne den Köder loszulassen. Mehr dazu im Rollen-Bereich.
Die Hauptschnur ist klassisch monofil 0,30 bis 0,40 mm (rund 8 bis 9 kg Tragkraft) - Mono dämpft den Drill und ist am steinigen Grund abriebfester als Geflecht; Geflochtene nur bei starker Strömung und viel Struktur. Das Vorfach ist ebenfalls Mono (oder Fluorocarbon) mit 0,30 bis 0,45 mm, 30 bis 60 cm lang (am See bis 100 cm). Ein Stahl- oder Hardmono-Vorfach braucht man für den Aal selbst nicht - wohl aber als Schutz gegen Hechtbeifang, wenn man mit Köderfisch in hechtreichem Wasser angelt. Als Haken kommen Größe 2 bis 6 für Wurm und Größe 2 bis 1/0 für Köderfisch zum Einsatz, stets als scharfer Einzelhaken. Details im Schnur-Bereich.
Tackle-Setup auf einen Blick
| Komponente | Allround-Empfehlung |
|---|---|
| Rute | 3,00 bis 3,30 m, Wurfgewicht 60 bis 80 g |
| Rolle | Stationärrolle 4000 bis 5000 mit Freilauf |
| Schnur | monofil 0,30 bis 0,35 mm |
| Vorfach | Mono 0,30 bis 0,40 mm, 40 bis 60 cm |
| Haken | Kreishaken bzw. Einzelhaken Größe 4 bis 6 |
| Köder | halber Tauwurm an der Laufbleimontage |
Drill, Landung und Handling
Der Aal wird nicht lange gedrillt, sondern schnell herangezogen, damit er sich nicht in Steinen oder Totholz festwickelt - dafür das kräftige Rückgrat der Rute. Gelandet wird mit einem gummierten, feinmaschigen Kescher; an einem glatten Kescher gleitet der Aal davon. Zum Festhalten ist der Aal extrem schleimig - ein feuchtes Tuch oder einfaches Zeitungspapier bindet den Schleim und gibt Griff. Tief sitzende Haken werden, wie oben beschrieben, durch Kappen des Vorfachs belassen. Soll der Aal verwertet werden, ist eine schnelle, waidgerechte Tötung Pflicht.
Die häufigsten Fehler beim Aalangeln
- Licht aufs Wasser - die sicherste Methode, die Aale zu vertreiben.
- Glatter Kescher - der Aal rutscht davon; nur gummierte, feinmaschige Modelle nehmen.
- Zu langes Vorfach - vorsichtige Bisse werden nicht erkannt; 40 bis 60 cm reichen.
- Langer Drill statt schnellem Herausziehen - der Aal wickelt sich fest.
- Tief sitzenden Haken herausreißen statt das Vorfach zu kappen.
- Dicker Wurmknäuel im Hakenbogen - der halbe Tauwurm auf der Nadel fängt besser.
Aalangeln und Naturschutz
Der Europäische Aal ist vom Aussterben bedroht - das gehört beim Aalangeln mitgedacht. Weil sich der Aal nur ein einziges Mal und nur im fernen Atlantik fortpflanzt, ist jeder im Binnenland gefangene Aal ein Tier, das noch nie abgelaicht hat. Viele Anglerinnen und Angler entnehmen Aale deshalb nur sehr maßvoll oder setzen sie schonend zurück. Wer zurücksetzen will, fischt von vornherein mit Kreishaken, hält die Drill- und Handlingzeit kurz und kappt im Zweifel das Vorfach. Die gesetzlichen Schonzeiten, Mindestmaße, Entnahmefenster und Fanglimits sind dabei das Minimum - der respektvolle Umgang mit einem bedrohten Fisch geht darüber hinaus.
Schonzeit und Mindestmaß
Beim Aal ist die Rechtslage besonders und uneinheitlich, weil der Aal nicht im Inland laicht. Eine Schonzeit haben fünf Bundesländer - sie liegt im Herbst und Winter und schützt die abwandernden Blankaale: Baden-Württemberg (nur im Rheingebiet) und Hessen jeweils 15.09. bis 01.03., Bayern 01.10. bis 31.12., Thüringen 01.11. bis 28.02. und Mecklenburg-Vorpommern (Binnen) 01.12. bis 28.02.; in NRW gilt sie nur im Rheinhauptstrom. Das Mindestmaß liegt meist bei 50 cm (Niedersachsen 35 cm), Hamburg und Hessen haben ein Entnahmefenster. An Nord- und Ostsee gilt zeitweise ein komplettes Fangverbot. Alle quellenbelegten Werte je Bundesland stehen im Hub Aal-Schonzeit. Maßgeblich ist immer die aktuelle Verordnung Ihres Bundeslandes.
Der Aal im Steckbrief
Der Aal (Anguilla anguilla) ist der einzige heimische Vertreter der Echten Aale (Anguillidae) - ein langer, schlangenförmiger Fisch mit glatter, schleimiger Haut, kleinen Schuppen, einem durchgehenden Flossensaum aus Rücken-, Schwanz- und Afterflosse und einem kleinen Kopf mit leicht vorstehendem Unterkiefer. Weibchen werden deutlich größer als Männchen: bis 150 cm und über 6 kg, während Männchen meist nur etwa 60 cm erreichen. In freien Gewässern werden Aale 10 bis 15 Jahre alt, in geschlossenen Gewässern über 50.
Das Faszinierendste ist sein Lebenszyklus - er ist katadrom, wandert also zum Laichen vom Süßwasser ins Meer. Die Larven (Leptocephalus) driften rund drei Jahre mit dem Golfstrom aus der Sargassosee zu den europäischen Küsten, wo sie als Glasaale (etwa 7 cm) ankommen. In den Flüssen und Seen wachsen sie über viele Jahre als gelblich gefärbte Gelbaale heran und wandern schließlich als silbrige Blankaale über 5.000 km zurück zur Sargassosee, laichen ein einziges Mal und sterben.
Genau dieser Zyklus macht den Aal so verwundbar. Die Zahl der ankommenden Glasaale ist seit den 1980er-Jahren um über 90 Prozent eingebrochen; die IUCN führt die Art seit 2008 als vom Aussterben bedroht, CITES seit 2007 in Anhang II. Als Ursachen gelten Wanderhindernisse und Wasserkraftturbinen (sie töten abwandernde Blankaale), der eingeschleppte Schwimmblasenwurm (Anguillicola crassus), der die für die Ozeanwanderung wichtige Schwimmblase schädigt, sowie Überfischung und Lebensraumverlust. Die EU-Aalverordnung von 2007 verpflichtet die Mitgliedstaaten zu Bewirtschaftungsplänen mit dem Ziel, mindestens 40 Prozent der natürlichen Blankaal-Biomasse zur Abwanderung zu bringen.
Aal in der Küche
Geräucherter Aal gilt traditionell als Delikatesse - das fette, kräftige Fleisch eignet sich vor allem zum Räuchern. Angesichts des Schutzstatus entnehmen viele Anglerinnen und Angler heute aber nur sehr maßvoll und schonen besonders die großen Weibchen, die für den Fortbestand der Art am wichtigsten sind. Wer einen maßigen Aal verwertet, tötet ihn schnell und waidgerecht.
Vertiefen
Häufige Fragen zum Aal
Welcher Köder ist der beste auf Aal?
Der Tauwurm ist der Aalköder Nummer eins - am besten ein halber Tauwurm, mit der Wurmnadel aufgezogen, weil er so schlank ins enge Aalmaul passt und Fehlbisse selten sind. Auf gezielt große Aale fängt ein kleiner toter Köderfisch (nicht länger als 8 cm, etwa Rotauge oder Laube). Dazu funktionieren Mistwürmer (zu Saisonbeginn), Bienenmaden in Kombination mit Fleischmaden und Fischfetzen. Der lebende Köderfisch ist in Deutschland verboten.
Mit welcher Montage und Methode fängt man Aal?
Die Hauptmethode ist das nächtliche Grundangeln mit einer einfachen Laufbleimontage: Durchlaufblei, Wirbel, ein 40 bis 60 cm langes Mono-Vorfach und der Köder am Grund. Auf schlammigem oder krautigem Boden bietet man das Blei am Seitenarm oder am Anti-Tangle-Boom an, damit der Köder nicht einsinkt. Im Stillwasser ist auch eine feine Posenmontage (2 bis 4 g) fängig. Den Biss zeigt eine Aalglocke oder ein Knicklicht.
Welche Rute, Rolle und Schnur braucht man zum Aalangeln?
Eine Grundrute von 3,00 bis 3,30 m mit 50 bis 80 g Wurfgewicht und kräftigem Rückgrat, um den Aal schnell vom Hindernis wegzukurbeln. Dazu eine stabile Stationärrolle der Größe 4000 bis 6000 - idealerweise mit Freilauf (Baitrunner), damit der Aal beim Biss widerstandsfrei Schnur nehmen kann. Als Schnur dient monofile 0,30 bis 0,40 mm (am Grund besser als Geflecht), das Vorfach ebenfalls Mono mit 0,30 bis 0,45 mm.
Wann und wo beißt der Aal?
Der Aal ist nachtaktiv und wärmeliebend. Es lohnt ab etwa 10 Grad Wassertemperatur, Hauptsaison ist Mai bis September mit Juli und August als Hochzeit. Das perfekte Aalwetter ist eine warme, bewölkte, schwüle Nacht, am besten mit einem Gewitter in der Luft oder kurz danach und leicht erhöhtem, trübem Wasser. Er steht als Lauerjäger dicht an Strukturen: Steinpackungen, Buhnen, Krautfeldern, Totholz, Brückenpfeilern und unterhalb von Wehren.
Warum sollte man beim Aal einen Kreishaken verwenden?
Weil der Aal den Köder tief schluckt und seine lebenswichtigen Organe nur etwa anderthalb Zentimeter hinter dem Maul liegen - ein tief gehakter Aal überlebt das Zurücksetzen oft nicht. Der Kreishaken (Circle Hook) gleitet an Schlund und Gaumen ab und greift erst vorne im Maulwinkel. Man schlägt dabei nicht an, sondern baut durch Anheben der Rute und Kurbeln langsam Druck auf. Studien zeigen eine drastisch geringere Zahl tief gehakter und damit eine höhere Überlebensrate zurückgesetzter Fische - beim gefährdeten Aal ist das entscheidend.
Hat der Aal eine Schonzeit und wie groß muss er sein?
In fünf Bundesländern gibt es eine Aal-Schonzeit (meist im Herbst/Winter zum Schutz der abwandernden Blankaale), in den übrigen nicht. Das Mindestmaß liegt meist bei 50 cm, in Niedersachsen bei 35 cm; Hamburg und Hessen haben ein Entnahmefenster. Die genauen, quellenbelegten Werte je Bundesland stehen im Hub Aal-Schonzeit. An Nord- und Ostsee gilt zeitweise ein komplettes Fangverbot.
- doctor-catch.com - Aalangeln im Fluss (Standplätze, Montage)
- doctor-catch.com - Aal angeln im See
- blinker.de - Perfektes Aalwetter
- blinker.de - Gezielt große Aale fangen
- simfisch.de - Aal angeln: Montagen, Techniken, Köder
- simfisch.de - Angeln mit Circle Hook
- blinker.de - Englische Montagen für fischschonendes Aalangeln
- BUND - Der Aal (Schutzstatus, Ursachen)
- EU-Aalverordnung (EG) Nr. 1100/2007 (EUR-Lex)
- fischlexikon.eu - Europäischer Aal (Biologie)
Stand der Angaben: Juni 2026. Angaben ohne Gewähr.
