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Elektromotor

Der Elektromotor ist der leise Helfer des Bootsanglers: Er hält das Boot beim Schleppen auf konstant langsamer Fahrt, drückt es beim Vertikalangeln per GPS auf die Stelle und pirscht sich geräuschlos an die Fische heran. Dieser Guide zeigt Bug- gegen Heckmotor, Schubkraft, Akku und GPS - und den rechtlichen Rahmen, der oft übersehen wird.

Von der Redaktion Stand: Juli 2026
Elektromotor fürs Raubfischangeln
Das Wichtigste in Kürze

Ein Elektromotor ist ein leiser, akkubetriebener Bootsmotor - die Alternative zum Benzin-Außenborder, der zum Angeln oft selbst im Standgas zu schnell und zu laut ist. Er treibt Angelboot, Schlauchboot oder Belly Boot an und ist beim Schleppen (konstante langsame Fahrt) und Vertikalangeln (Position halten) unverzichtbar; moderne Bugmotoren halten per GPS-Spot-Lock automatisch die Stelle. Die Schubkraft misst man in lbs und wählt sie nach Bootsgewicht (Faustregeln: rund 5 bis 10 lbs je 100 kg beziehungsweise 3 bis 5 lbs je 50 kg Gesamtgewicht). Man unterscheidet Heckmotor (günstig, gut fürs Geradeausfahren/Schleppen) und Bugmotor (präzise, mit Fußsteuerung und GPS). Der Akku ist entscheidend: Lithium (LiFePO4) ist leichter und liefert mehr nutzbare Kapazität als Blei/AGM. Ganz wichtig: Auf vielen Gewässern sind Motoren verboten oder erlaubnispflichtig - vor jeder Fahrt die Gewässerordnung prüfen.

leise
der Vorteil verschreckt Fische kaum, präzise langsam
Schleppen & Vertikal
die Einsätze konstante Fahrt, Position halten (GPS)
oft verboten
das Recht Motorerlaubnis je Gewässer prüfen!

Wer schon einmal mit dem Benzin-Außenborder über einen ruhigen See gefahren ist, kennt das Problem: Selbst im Standgas ist er oft zu schnell und zu laut, um sauber zu angeln. Genau hier kommt der Elektromotor ins Spiel - leise, präzise und langsam regelbar. Er ist die Grundlage für das Schleppen und das Vertikalangeln vom Boot. Dieser Guide zeigt Bug- gegen Heckmotor, Schubkraft, Akku und GPS - und den rechtlichen Rahmen, den man kennen muss.

Was der E-Motor kann

Ein Elektromotor ist ein leiser, akkubetriebener Bootsmotor. Er erreicht keine Gleitfahrt (rund 6 bis 7 km/h sind das Maximum), dafür läuft er nahezu geräuschlos und lässt sich fein dosieren - genau das, was man zum Angeln braucht. Er treibt Angelboot, Schlauchboot und Belly Boot an; leise Schlauchboote dürfen mit ihm sogar Zonen befahren, die für Verbrennungsmotoren gesperrt sind.

Die Einsätze

  • Schleppen: Der E-Motor hält eine konstante, sehr langsame Geschwindigkeit - beim Posenschleppen auf Hecht etwa 0,5 bis 2 km/h - und erlaubt kurze Sprints und Pausen dazwischen. Für die feine Regelung lohnt eine stufenlose Schaltung.
  • Vertikalangeln und Driftkontrolle: Ein GPS-Bugmotor hält die Position automatisch auf dem Spot oder steuert eine langsame, kontrollierte Drift - ideal, um den Köder senkrecht unter dem Boot zu halten.
  • Leises Anpirschen: Die geräuschlose Fahrt präsentiert den Köder natürlich und verschreckt selbst scheue Hechte kaum.

Bug- oder Heckmotor

Die beiden Bauformen haben klare Stärken:

  • Heckmotor: günstiger, einfacher zu montieren und robust - „perfekt zum Geradeausfahren” und damit fürs Schleppen und die Langstrecke.
  • Bugmotor: sitzt vorn und zieht das Boot, lässt sich per Fußpedal steuern und bietet die beste Kontrolle beim aktiven Fischen - vor allem mit GPS-Ankerfunktion.

Schubkraft und Schaftlänge

Die Schubkraft wird in lbs (pound thrust) angegeben und nach dem Gesamtgewicht von Boot, Ausrüstung und Angler gewählt. Es kursieren zwei Faustregeln: rund 5 bis 10 lbs je 100 kg (mehr bei Wind und Strömung) beziehungsweise 3 bis 5 lbs je 50 kg. Grobe Richtwerte: 30 lbs für ein kleines Boot bis 650 kg, 40 lbs bis 1000 kg, 50 lbs bis 1400 kg. Im Zweifel wählt man großzügiger.

Bei der Schaftlänge gilt: Der Propeller muss sicher unter Wasser laufen (beim Bugmotor mindestens rund 40 cm unter der Wasserlinie), darf aber keine Luft ansaugen. Die richtige Länge hängt von der Höhe des Heckspiegels beziehungsweise vom Bootstyp ab - und im Zweifel nimmt man den längeren Schaft, denn zu tief ist kein Problem, zu kurz schon.

GPS und Steuerung

Moderne Bugmotoren bieten eine GPS-gestützte Spot-Lock-Funktion (auch „GPS-Anker”): Das Boot bleibt automatisch auf Position - unbezahlbar beim Vertikalangeln und beim Driften. Dazu kommen bei höherwertigen Modellen eine automatische Geschwindigkeitskontrolle und eine Autopilotfunktion. Gesteuert wird per Handpinne (einfach und günstig), per Fußpedal (feines Manövrieren beim Spinnfischen) oder per Funk-Fernbedienung.

Der Akku

Der Akku entscheidet über Laufzeit und Gewicht. Die Spannung richtet sich nach der Bootsgröße (12 V bis etwa 700 kg, 24 V bis 1500 kg, 36 V darüber). Bei der Technik hat Lithium (LiFePO4) deutliche Vorteile: Man nutzt fast die gesamte Kapazität (rund 90 bis 100 Prozent gegenüber nur etwa 50 Prozent beim Bleiakku) und spart 30 bis 40 Prozent Gewicht - dafür ist er teurer. Ein AGM-Bleiakku ist die günstige Alternative. Die Laufzeit ergibt sich aus Kapazität geteilt durch Stromaufnahme; ein 12-V-100-Ah-Lithiumakku reicht real für etwa zweieinhalb bis vier Stunden, bei Gegenwind entsprechend weniger. Als Standard-Startpunkt gilt 12 V mit 100 Ah.

Der rechtliche Rahmen

Der wichtigste Punkt zum Schluss - und der am häufigsten übersehene: Ein E-Motor ist nicht überall erlaubt. Ob ein Motor auf einem Gewässer gefahren werden darf, regeln die Landeswassergesetze und die jeweilige Gewässerordnung; auf vielen Seen sind Motoren verboten oder erlaubnispflichtig, und der Verein oder Pächter kann zusätzlich eigene Regeln setzen. In manchen Bundesländern gibt es praktisch keinen See, auf dem der E-Motor erlaubt ist, in anderen (etwa Bayern) ist die Lage großzügiger. Zur Technik: Elektromotoren sind in Deutschland bis 7,5 kW führerscheinfrei, ab 3 PS besteht aber eine Kennzeichnungspflicht. Vor jeder Fahrt prüft man die Gewässerordnung und die Vorgaben des zuständigen Schifffahrtsamts.

Häufige Fragen zu Elektromotor

Wofür braucht man beim Angeln einen Elektromotor?

Für die feine, leise Bootskontrolle. Ein Benzin-Außenborder ist selbst im Standgas oft zu schnell und zu laut - der E-Motor läuft nahezu geräuschlos und lässt sich präzise regeln. Beim Schleppen hält er eine konstante, sehr langsame Geschwindigkeit (etwa 0,5 bis 2 km/h auf Hecht); beim Vertikalangeln und Driften hält ein GPS-Bugmotor die Position automatisch auf dem Spot; und beim Anpirschen an flache Stellen verschreckt die leise Fahrt die Fische kaum. Schlauchboote mit E-Motor dürfen zudem Zonen befahren, die für Verbrenner gesperrt sind.

Bugmotor oder Heckmotor?

Der Heckmotor ist günstiger, einfacher zu montieren und gut fürs Geradeausfahren und Schleppen. Der Bugmotor sitzt vorn, zieht das Boot (statt zu schieben), lässt sich per Fußpedal steuern und bietet die beste Kontrolle beim aktiven Fischen - vor allem mit GPS-Ankerfunktion fürs Vertikalangeln. Faustregel: Für reines Schleppen genügt ein Heckmotor, wer viel vertikal oder driftend fischt und die Position halten will, greift zum GPS-Bugmotor.

Wie viel Schubkraft (lbs) braucht man?

Das richtet sich nach dem Gesamtgewicht von Boot, Ausrüstung und Angler. Es kursieren zwei Faustregeln: rund 5 bis 10 lbs je 100 Kilogramm (5 lbs windgeschützt, 10 lbs bei Wind und Strömung) beziehungsweise 3 bis 5 lbs je 50 Kilogramm. Als grobe Richtwerte: etwa 30 lbs für ein kleines Boot bis 650 kg, 40 lbs bis 1000 kg, 50 lbs bis 1400 kg. Im Zweifel wählt man großzügiger, denn bei Gegenwind, Wellen und Strömung braucht man deutlich mehr Schub.

Welcher Akku - Lithium oder Blei?

Die Spannung richtet sich nach der Bootsgröße (12 V bis etwa 700 kg, 24 V bis 1500 kg, 36 V darüber). Bei der Technik hat Lithium (LiFePO4) klare Vorteile: Man kann fast die gesamte Kapazität nutzen (rund 90 bis 100 Prozent gegenüber nur etwa 50 Prozent beim Bleiakku) und es ist 30 bis 40 Prozent leichter - dafür teurer. Ein AGM-Bleiakku ist die günstige Alternative. Die Laufzeit ergibt sich aus Kapazität geteilt durch Stromaufnahme; ein 12-V-100-Ah-Lithiumakku reicht real für etwa zweieinhalb bis vier Stunden, je nach Wind und Tempo. Als Standard-Startpunkt gilt 12 V mit 100 Ah.

Darf man überall mit Elektromotor angeln?

Nein - das ist der wichtigste Punkt. Ob ein Motor (auch ein E-Motor) erlaubt ist, regeln die Landeswassergesetze und die jeweilige Gewässerordnung; auf vielen Seen sind Motoren verboten oder erlaubnispflichtig, und zusätzlich kann der Verein oder Pächter eigene Regeln setzen. Führerscheinfrei sind Elektromotoren in Deutschland bis 7,5 kW, ab 3 PS besteht aber eine Kennzeichnungspflicht. Die Lage ist regional sehr unterschiedlich (manche Bundesländer sind großzügiger) - vor jeder Fahrt die Gewässerordnung und die Vorgaben des Schifffahrtsamts prüfen.

Quellen

Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.