Die Multirolle (Multiplikator) ist eine Rolle mit rotierender Spule, die oben auf der Rute sitzt und die Schnur direkt aufwickelt - ohne Umlenkung über einen Rollenbügel wie bei der Stationärrolle. Man unterscheidet die runde Bauform (Round Profile) und den flachen Low-Profile-Baitcaster: Die runde Multi hat mehr Schnurfassung, ist robuster und drillstärker (niedrigere Übersetzung) - ideal für schwere Köder, Großfisch und das Schleppen. Die Trollingrolle ist die runde Multi fürs Schleppen: hohe Schnurkapazität (mindestens 350 m bei 0,40 mm), kräftige Bremse (ab etwa 5 kg) und meist ein Linecounter (Schnurzähler), der die abgelassene Schnurlänge anzeigt - zentral fürs exakte Einstellen der Schlepptiefe. Eingesetzt wird sie beim Schleppen auf Hecht, Zander und die großen Salmoniden (auch Ostsee), beim Wallerangeln und beim schweren Jerken. Fürs Werfen leichter Köder ist sie nicht gedacht (Mindestwurfgewicht, Perückengefahr).
Die Stationärrolle ist der Allrounder - aber wenn es um schwere Köder, große Fische und das Schleppen vom Boot geht, spielt die Multirolle ihre Stärken aus. Sie wickelt die Schnur direkt auf die drehende Spule, fasst viel und überträgt Kraft ohne Umwege. Dieser Guide zeigt den Unterschied zwischen der runden Multi und dem flachen Baitcaster, die Trollingrolle mit ihrem Linecounter und die Einsätze auf Hecht, Wels und Salmoniden - die allgemeinen Rollen-Grundlagen stehen im Rollen-Guide.
Das Prinzip der Multirolle
Die Multirolle (Multiplikator) hat eine rotierende Spule und sitzt oben auf der Rute. Der entscheidende Unterschied zur Stationärrolle: Die Schnur wird nicht über einen Rollenbügel umgelenkt, sondern läuft direkt auf die Spule - das gibt einen unmittelbaren, direkten Kontakt zu Köder und Fisch. Diesen Bauprinzip-Vorteil teilen sich beide Bauformen: die runde Multi und der flache Low-Profile-Baitcaster.
Rund oder Low Profile
Beide Formen funktionieren gleich, taugen aber für Verschiedenes:
- Round Profile (runde Multi): zylindrisch und robust, mit deutlich höherer Schnurfassung und mehr Drillkraft (niedrigere Übersetzung, weniger anfälliges Getriebe). Die Wahl für schwere Köder, Großfisch und das Schleppen, wo viel dicke Schnur auf die Spule muss.
- Low Profile (Baitcaster): flacher, leichter und ergonomischer, mit mehr Wurfkontrolle und anfängerfreundlicher - die Wahl fürs Werfen beim Spinnfischen (Details bei der Baitcastrute).
Faustregel: Round fürs Schwere, Low Profile fürs Werfen.
Die Trollingrolle fürs Schleppen
Fürs Schleppen ist die runde Multi die einzig sinnvolle Wahl - eine Stationärrolle wäre hier fehl am Platz. Drei Merkmale machen eine gute Trollingrolle aus:
- Schnurkapazität: mindestens 350 Meter bei 0,40 mm, in der Praxis oft mehr (getestete Modelle fassen 380 bis 445 m, große bis über 700 m).
- Bremse: kräftig, ab etwa 5 Kilogramm; verbreitet ist die Sternbremse, für den Meereseinsatz wird teils eine Schiebebremse bevorzugt.
- Linecounter: ein Zählwerk, das die abgelassene Schnurlänge anzeigt.
Fürs Ostsee-Trolling auf Lachs kommen salzwasserbeständige Materialien hinzu (Aluminium oder Graphit mit Edelstahllagern). Eine zuschaltbare Knarre, die ablaufende Schnur akustisch meldet, ist beim Schleppen mit mehreren Ruten praktisch.
Der Linecounter: Tiefe auf Knopfdruck
Der Linecounter (Schnurzähler) ist das Herz der Trollingrolle. Weil die Lauftiefe eines Schleppköders unter anderem von der Länge der ausgelegten Schnur abhängt, zeigt das mechanische Zählwerk, wie viel Schnur man hinter dem Boot hat - und damit lässt sich der Köder gezielt auf eine bestimmte Tiefe bringen. Vor allem lässt sich eine erfolgreiche Einstellung reproduzieren: Fängt eine Rute auf einer bestimmten Länge, stellt man die anderen genauso ein. Beim Schleppen in größeren Tiefen ist das fast unverzichtbar. Wie die Tiefensteuerung insgesamt funktioniert, steht im Schlepp-Guide.
Die Einsätze beim Raubfisch
- Schleppen: auf Hecht und Zander, vor allem aber auf die großen Salmoniden - Seeforelle und Lachs an den Alpenseen und an der Ostsee.
- Wallerangeln: Die Multi fasst viel Schnur und hat die nötige Drillkraft für den Wels - besonders für Ansitzangler. Mehr im Wels-Guide.
- Schweres Jerken: Eine robuste runde Multi hält die Dauerbelastung durch schwere Köder und ständige Schläge besser aus.
- Vertikalangeln: Man bringt den Köder per Daumenkontrolle sofort auf Tiefe.
Multi oder Stationärrolle?
Die Vorteile der Multirolle sind der direkte Köderkontakt, das kompakte Einhand-Handling, die robuste Bauweise und - bei der runden Form - die große Schnurfassung. Ihre Nachteile: eine geringere Wurfweite, die Perückengefahr bei Gegenwind, ein Mindestwurfgewicht von etwa 7 Gramm und eine steilere Lernkurve samt aufwendigerer Wartung. Für schwere Köder, Großfisch und das Schleppen ist sie überlegen; fürs weite Werfen leichter Köder bleibt die Stationärrolle vorn. Welche Schnur auf die Rolle gehört, steht im Schnur-Guide.
Häufige Fragen zu Multirolle & Trollingrolle
Was ist eine Multirolle?
Eine Rolle mit rotierender Spule, die oben auf der Rute sitzt und die Schnur direkt aufwickelt. Anders als bei der Stationärrolle wird die Schnur nicht über einen Bügel umgelenkt - sie verbindet Köder und Spule unmittelbar, was einen sehr direkten Kontakt gibt. Es gibt zwei Bauformen: die runde Multi (Round Profile), zylindrisch und robust, und den flachen Low-Profile-Baitcaster. Funktion und Bedienung sind gleich, die Einsätze unterscheiden sich.
Runde Multirolle oder Low-Profile-Baitcaster?
Das hängt vom Einsatz ab. Die runde Multi hat eine deutlich höhere Schnurfassung, ist robuster und hat mehr Kraft im Drill (niedrigere Übersetzung, weniger anfälliges Getriebe) - die Wahl für schwere Köder, Großfisch und das Schleppen, wo viel dicke Schnur auf die Spule muss. Der Low-Profile-Baitcaster liegt leichter und ergonomischer in der Hand, gibt mehr Wurfkontrolle und ist anfängerfreundlicher - er ist die Wahl fürs Werfen beim Spinnfischen (mehr dazu bei der Baitcastrute). Faustregel: Round fürs Schwere, Low Profile fürs Werfen.
Was macht eine Trollingrolle aus?
Sie ist die runde Multirolle fürs Schleppen - Stationärrollen sind hier fehl am Platz. Drei Dinge zählen: eine hohe Schnurkapazität (mindestens 350 Meter bei 0,40 mm, oft mehr), eine kräftige Bremse (ab etwa 5 Kilogramm) und meist ein Linecounter. Fürs Ostsee-Trolling auf Lachs kommen salzwasserbeständige Materialien (Aluminium oder Graphit mit Edelstahllagern) dazu. Eine zuschaltbare Knarre, die ablaufende Schnur akustisch meldet, ist beim Schleppen mit mehreren Ruten praktisch.
Wofür braucht man einen Linecounter (Schnurzähler)?
Für die exakte Schlepptiefe. Der Linecounter ist ein mechanisches Zählwerk an der Rolle, das anzeigt, wie viel Schnur man hinter dem Boot abgelassen hat. Weil die Lauftiefe eines Schleppköders unter anderem von der Schnurlänge abhängt, kann man mit dem Zähler den Köder gezielt auf eine bestimmte Tiefe bringen und diese Einstellung reproduzieren - fängt eine Rute auf einer bestimmten Länge, stellt man die anderen genauso ein. Beim Schleppen in größeren Tiefen ist das fast unverzichtbar.
Wofür setzt man die Multirolle beim Raubfischangeln ein?
Vor allem dort, wo Kraft und Schnurmenge zählen: beim Schleppen auf Hecht, Zander und die großen Salmoniden (Seeforelle, Lachs - auch an der Ostsee), beim Wallerangeln (die Multi fasst viel Schnur und hat Drillkraft) und beim schweren Jerken, wo eine robuste runde Multi die Dauerbelastung besser aushält. Auch beim Vertikalangeln ist sie beliebt, weil man den Köder per Daumen sofort auf Tiefe bringt. Fürs Werfen leichter Köder ist sie dagegen nicht gemacht.
- simfisch.de - Trollingrollen (Schnurkapazität, Bremse, Linecounter)
- Fisch-Hitparade - Angeln mit der Multirolle (Aufbau, Einsatzgebiete)
- simfisch.de - Multirolle versus Stationärrolle
- angel-kniffe.com - Round Profile vs. Low Profile Baitcaster
- DR. CATCH - 10 Tipps zum Schleppen auf Hecht
- simfisch.de - Wallerrollen (Multi-Vorteil beim Wels)
Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.