Aale fängt man vor allem mit dem Grundangeln an einer Durchlaufblei-Montage: Die Schnur muss frei durch das Blei laufen, damit der bisscheue Aal keinen Widerstand spürt - deshalb mit Freilaufrolle oder offenem Bügel fischen. Beste Zeit sind warme, schwüle Nächte von Mai bis September. Klassischer Köder ist der Tauwurm. Wichtig: Der Europäische Aal ist stark gefährdet - Schonzeiten und Mindestmaße (Ländersache, im Meer/Brackwasser Fangverbot) unbedingt beachten.
Der Aal ist einer der geheimnisvollsten Fische unserer Gewässer: ein schlangenförmiger Nachtjäger, der tagsüber in Verstecken ruht und erst in der Dunkelheit über den Grund streift. Ihn zu fangen ist kein Hexenwerk, verlangt aber das Verständnis für seine bisscheue Art - und heute mehr denn je das Bewusstsein, dass der Aalbestand stark gefährdet ist. Diese Anleitung führt durch die Methoden, Köder und Zeiten und stellt den nötigen rechtlichen Rahmen an den Anfang.
Vorweg: Schonzeit und Bestandsschutz
Der Europäische Aal steht seit Jahren unter starkem Druck; sein Bestand ist dramatisch zurückgegangen. Die EU verpflichtet die Mitgliedstaaten zu Schutzmaßnahmen, und in Meeres- und Brackgewässern ist die Freizeitfischerei auf Aal zeitweise vollständig verboten. In Binnengewässern regeln die Bundesländer Schonzeiten und Mindestmaße - diese variieren, in Bayern gilt etwa ein Mindestmaß von 50 Zentimetern und eine Schonzeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember. Prüfen Sie deshalb vor jedem Ansitz die aktuellen Regeln Ihres Bundeslands und gehen Sie bewusst und sparsam mit dieser gefährdeten Art um.
Grundangeln mit Durchlaufblei - das A und O
Die zentrale Aalmethode ist das Grundangeln mit einer Durchlaufblei-Montage. Der Aufbau: ein Laufblei auf der Hauptschnur, dahinter eine Gummiperle als Knotenschutz, dann ein Wirbel und das Vorfach. Der Sinn dieses Aufbaus liegt in der Bisscheu des Aals - er lässt den Köder bei Widerstand sofort los. Läuft die Schnur frei durch das Blei, spürt er beim Anbiss keinen Zug und nimmt den Köder in Ruhe auf. Das Bleigewicht liegt je nach Strömung grob zwischen 10 und 60 Gramm, das Vorfach ist ab etwa einem Meter lang (rund 0,30 mm Mono). Weite Würfe sind unnötig; 10 bis 20 Meter reichen meist, denn Aale stehen oft ufernah an Struktur.
Posenmontage und Nachtangeln
In Seen und Stillgewässern ergänzt die Posenmontage das Grundangeln, wenn die Aale nicht strikt am Boden stehen. Eine Feststellpose (etwa 5 bis 7 Gramm) mit Stopper erlaubt die präzise Einstellung der Tiefe zwischen einem halben und mehreren Metern.
Das Nachtangeln ist keine eigene Montage, sondern das entscheidende Zeitfenster: Der Aal ist dämmerungs- und nachtaktiv. Die Rute wird auf eine Ablage oder ein Rod-Pod gelegt, die Freilauffunktion aktiviert oder der Rollenbügel geöffnet, damit der Aal ungehindert Schnur nehmen kann. Ein akustischer Bissanzeiger (Aalglocke, Pieper) in Kombination mit einem optischen (Knicklicht) meldet auch die leisesten Zupfer.
Zeit, Standplatz und Köder
Die Saison reicht von Mai bis September mit Spitze im Hochsommer. Die beste Tageszeit liegt grob zwischen 22 und 4 Uhr, oft mit einer Flaute um Mitternacht; günstig sind warme, schwüle Nächte, Neumond und leichter Regen. Standplätze sind Steinpackungen, Wurzeln und versunkene Bäume, Brückenpfeiler, Kraut- und Strömungskanten, ruhige Bereiche hinter Buhnen sowie Zu- und Abläufe - oft über weichem, schlammigem Grund.
Beim Köder führt kein Weg am Tauwurm vorbei, dem mit Abstand fängigsten Aalköder, doppelt aufgezogen mit frei liegender Hakenspitze. Auf größere Aale fangen kleine Köderfische oder Fischfetzen (5 bis 8 cm), im Frühjahr auch Madenbündel; ergänzend werden Mistwurm und Leber genannt.
Tackle und Handling
Als Tackle dient eine robuste Grundrute von 2,5 bis 3,5 Metern mit 60 bis 100 Gramm Wurfgewicht, dazu eine Freilaufrolle, monofile Hauptschnur von 0,25 bis 0,35 Millimetern und ein Vorfach um 0,30 Millimeter. Ein Haken mit langem Schenkel (grob Größe 6 bis 1/0) erleichtert das Lösen.
Beim Handling hilft gegen den zähen Schleim ein raues Tuch oder Zeitungspapier, um den Fisch sicher hinter dem Kopf zu greifen. Steht der Aal an einer Steinpackung, hebt man ihn nach dem Biss zügig heraus, statt lange zu drillen - sonst zieht er ins Hindernis und hängt sich fest. Tief geschluckte Haken werden mit dem Hakenlöser entfernt; sitzt der Haken zu tief, kappt man die Schnur, statt den Fisch zu quälen. Entnommene, maßige Aale werden sofort waidgerecht getötet, untermaßige schonend zurückgesetzt. Passende Grundmontagen finden Sie in unseren Praxis-Guides.
Häufige Fragen
Wie angelt man auf Aal?
Die wichtigste Methode ist das Grundangeln mit einer Durchlaufblei-Montage: Das Blei läuft frei auf der Hauptschnur, davor sitzen Gummiperle, Wirbel und Vorfach. So spürt der bisscheue Aal beim Anbiss keinen Widerstand und lässt den Köder nicht los. In Seen ist auch eine Posenmontage zur Tiefensteuerung sinnvoll. Gefischt wird fast immer nachts, mit Freilaufrolle oder offenem Rollenbügel.
Was ist der beste Köder zum Aalangeln?
Der mit Abstand fängigste Aalköder ist der Tauwurm, am besten doppelt aufgezogen mit frei liegender Hakenspitze. Auf größere Aale fangen auch kleine Köderfische oder Fischfetzen (etwa 5 bis 8 cm), im Frühjahr zudem Madenbündel. Ergänzend werden Mistwurm und Leber genannt.
Wann beißt der Aal am besten?
In warmen, schwülen Nächten von Mai bis September, mit Spitze in den Hochsommermonaten Juni bis August. Die beste Beißzeit liegt grob zwischen 22 und 4 Uhr, oft mit einer Flaute um die Mitternacht herum. Günstig sind Neumond und leichter Regen. In Flüssen sind Aale bei trübem Wasser auch tagsüber aktiv, in Seen bleiben sie strikt nachtaktiv.
Darf man Aal überhaupt noch angeln?
Nur eingeschränkt und im gesetzlichen Rahmen. Der Europäische Aal ist stark gefährdet; in Meeres- und Brackgewässern ist die Freizeitfischerei auf Aal EU-weit zeitweise komplett verboten. In Binnengewässern gelten Schonzeiten und Mindestmaße, die Ländersache sind und variieren (Beispiel Bayern: Mindestmaß 50 cm, Schonzeit 1.10.-31.12.). Vor dem Angeln immer die aktuellen Regeln des jeweiligen Bundeslands prüfen und bewusst und sparsam mit der Art umgehen.
- DR. CATCH - Grundangeln: Durchlaufblei-Montage
- outdoorverliebt.de - Aal angeln: Techniken
- das-angel-magazin.de - Aalangeln in der Nacht
- BLINKER - Schonzeiten und Mindestmaße aller Bundesländer
- BMLEH - EU-Aalverordnung und Aalschutz
Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.