raubfischmagazin
Angeln

Quappe angeln: Methoden

Die Quappe ist der Fisch für harte Winternächte: Wenn der Frost über dem Wasser liegt und alle anderen Räuber ruhen, geht die Aalrutte am Grund auf Jagd. Wie man den einzigen Süßwasserdorsch mit der Grundmontage in der Dunkelheit fängt, wo er steht und worauf man rechtlich achten muss.

Von der Redaktion Stand: Juli 2026 Zur Quappe-Übersicht
Quappe angeln: Methoden
Das Wichtigste in Kürze

Die Quappe fängt man beim Winter-Nachtangeln am Grund. Sie wird erst aktiv, wenn das Wasser unter etwa 10 Grad sinkt - die Kernsaison reicht von November/Dezember bis Februar/März, die meisten Bisse kommen abends zwischen 18 und 23 Uhr. Gefischt wird mit einer einfachen Laufblei-Grundmontage (wie beim Aalangeln), Bleigewicht je nach Strömung ab etwa 50 Gramm, kurzem Vorfach und Einzelhaken der Größe 2 bis 6, mit Aalglocke oder Bissanzeiger. Die Quappe beißt oft zaghaft, schluckt den Köder aber schnell und tief - mit Circle Hooks schlägt man nicht an, sondern kurbelt nur ein. Sie ist wenig kampfstark, setzt sich aber gern in Steinpackungen fest. Wichtig: Die Quappe ist gefährdet und in mehreren Ländern ganzjährig geschützt - vor dem Angeln unbedingt den Schonzeit-Hub prüfen.

Winter/Nacht
Kernmethode unter 10 °C, 18-23 Uhr
Grundmontage
Laufblei ab ~50 g je Strömung
Wehre & Steine
Standplätze
Schonzeit!
teils ganzjährig geschützt

Es gibt eine Handvoll Angler, die sich in klaren Frostnächten ans Wasser setzen, wenn alle anderen längst am warmen Ofen sitzen - und sie tun es der Quappe wegen. Denn der einzige Süßwasserdorsch tickt genau andersherum als der Rest unserer Fische: Er dreht im tiefsten Winter auf, jagt in der Dunkelheit über den Grund und beißt, wenn Hecht und Zander im Winterschlaf sind. Wer die Aalrutte fangen will, muss diese umgekehrte Logik verstehen. Welchen Köder Sie brauchen, lesen Sie auf der Seite Quappenköder; mehr über den Fisch im Quappen-Guide.

Winter-Nachtangeln am Grund

Die Quappe wird erst aktiv, wenn das Wasser unter etwa 10 Grad sinkt. Die Kernsaison reicht damit von November oder Dezember bis in den Februar und März - je kälter, desto besser. Und sie ist ein Nachträuber: Die Bisse kommen fast ausschließlich in der Dunkelheit, mit einem deutlichen Maximum am frühen Abend zwischen 18 und 23 Uhr; nach Mitternacht wird es meist ruhig. Wichtig ist deshalb, die Montage schon bei Einbruch der Dämmerung im Wasser zu haben - das Bissfenster ist eng.

Die Grundmontage

Die Montage ist unkompliziert und ähnelt der zum Aalangeln: ein Laufblei auf der Hauptschnur, dahinter eine Gummiperle als Knotenschutz, ein Wirbel und das Vorfach mit Haken. Das Bleigewicht richtet sich nach der Strömung - im Fluss beginnt man je nach Zug bei etwa 50 Gramm und geht bei stärkerer Strömung höher. Das Vorfach ist beim reinen Grundangeln kurz (rund 30 bis 40 cm), an einer Feedermontage länger. Als Haken dient ein kräftiger Einzelhaken der Größe 2 bis 6; bewährt haben sich Circle Hooks, weil die Quappe tief schluckt. Zur Bissanzeige kommt eine Aalglocke oder ein Bissanzeiger zum Einsatz, dazu ein Knicklicht - wobei zu beachten ist, dass künstliches Licht als Lockmittel in vielen Bundesländern verboten ist.

Standplätze

Im Winter zieht die Quappe zur Laichwanderung, und das bestimmt ihre Standplätze. Klassische Hotspots sind Wehre und deren Unterläufe, wo sich die Fische sammeln, dazu Bach- und Nebengewässer-Einläufe, Steinpackungen, tiefe Buhnenfelder und Buhnenköpfe sowie generell Strömungskanten. Man legt den Köder so aus, dass er an der Kante zwischen Hauptstrom und beruhigtem Wasser liegt - oft genügt schon ein Wurf drei, vier Meter vom Ufer.

Tackle, Anschlag und Drill

Zum Tackle gehört eine mittelschwere Grund- oder Feederrute mit einem Wurfgewicht von grob 60 bis 130 Gramm (je nach Gewässer und Strömung), eine 3000er- oder 4000er-Rolle und eine monofile Schnur um 0,25 bis 0,30 mm (oder dünnes Geflecht mit Fluorocarbon-Vorfach). Fürs Nachtangeln unverzichtbar sind eine Kopflampe und, bei Frost, ein Schutz für die Tauwürmer gegen die Kälte.

Bei der Bissverwertung gilt: Die Quappe beißt oft zaghaft und legt sich nach kurzem Zupfen ruhig auf den Grund, hat den Köder dann aber meist schon tief geschluckt. Mit Circle Hooks schlägt man nicht an, sondern kurbelt einfach nur ein. Kampfstark ist sie nicht, doch weil sie sich gern zwischen Steinen festsetzt, sollte man sie zügig vom Grund lösen.

Der Schonzeit-Hinweis

Beim Quappenangeln steht der Naturschutz besonders im Vordergrund. Die Quappe ist in Deutschland stark gefährdet und in mehreren Bundesländern ganzjährig geschützt - in anderen gelten Schonzeiten und Mindestmaße, die ausgerechnet mit der winterlichen Hauptfangzeit zusammenfallen. Klären Sie deshalb vor jedem Ansitz, ob und wie das Angeln in Ihrem Bundesland erlaubt ist; die quellenbelegten Werte je Land stehen im Quappe-Schonzeit-Hub. Passende Grundmontagen finden Sie in unseren Praxis-Guides.

Häufige Fragen

Wann und wie angelt man auf Quappe?

Im Winter und nachts, am Grund. Die Quappe wird erst aktiv, wenn das Wasser unter etwa 10 Grad sinkt - die beste Zeit reicht von November/Dezember bis Februar/März, mit den meisten Bissen abends zwischen 18 und 23 Uhr. Gefischt wird mit einer einfachen Grundmontage, ganz ähnlich wie beim Aalangeln: ein Laufblei am Grund, dahinter Perle, Wirbel und Vorfach mit Haken. Die Montage sollte schon bei Einbruch der Dämmerung im Wasser liegen, denn das Bissfenster ist eng.

Wo steht die Quappe im Winter?

Vor allem an und unterhalb von Wehren, wo sich die Fische auf ihrer winterlichen Laichwanderung sammeln, dazu an Bach- und Nebengewässer-Einläufen, an Steinpackungen, in tiefen Buhnenfeldern und an Buhnenköpfen sowie generell an Strömungskanten. Man legt den Köder so aus, dass er an der Kante zwischen Strömung und ruhigem Wasser liegt - oft reicht schon ein Wurf wenige Meter vom Ufer.

Wie hakt und drillt man eine Quappe?

Vorsichtig beim Anschlag, zügig beim Drill. Die Quappe beißt oft zaghaft - sie zupft ein-, zweimal kurz und legt sich dann ruhig auf den Grund -, schluckt den Köder aber schnell und tief. Mit Circle Hooks schlägt man deshalb nicht an, sondern kurbelt einfach nur ein; einen Hakenlöser sollte man dabei haben. Kampfstark ist die Quappe nicht, aber sie setzt sich gern zwischen Steinen fest, deshalb löst man sie nach dem Biss zügig vom Grund.

Darf man die Quappe überhaupt beangeln?

Nur eingeschränkt - und gerade beim Quappenangeln ist das besonders wichtig. Die Quappe ist in Deutschland stark gefährdet und in mehreren Bundesländern ganzjährig geschützt (etwa Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland); anderswo gelten Schonzeiten und Mindestmaße, die ausgerechnet in die winterliche Hauptfangzeit fallen. Prüfen Sie deshalb vor jedem Ansitz die Regeln Ihres Bundeslands - die genauen Werte stehen im Hub Quappe-Schonzeit. Und beachten Sie: In vielen Ländern ist künstliches Licht als Lockmittel beim Angeln verboten.

Quellen

Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.