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Schleppangeln (Trolling)

Schleppangeln ist die Methode für die großen Wasser: Statt zu werfen, zieht man den Köder hinter dem langsam fahrenden Boot her und hält ihn stundenlang exakt auf der Fangtiefe. So sucht man riesige Freiwasserflächen nach Hecht, Zander und den großen Salmoniden ab. Dieser Guide zeigt die Tiefensteuerung, die richtige Geschwindigkeit, das Gerät - und was rechtlich erlaubt ist.

Von der Redaktion Stand: Juli 2026
Schleppangeln (Trolling) - Praxis fürs Raubfischangeln
Das Wichtigste in Kürze

Beim Schleppangeln (Trolling) führt man den Köder hinter dem fahrenden Boot her, statt zu werfen - so lässt er sich dauerhaft auf der besten Tiefe halten, und man sucht große Freiwasserflächen ab. Die Tiefe steuert man über die Schnurlänge (mehr und dünnere Schnur läuft tiefer), die Eigen-Tauchtiefe des Wobblers und Hilfsmittel wie Downrigger (schweres Blei mit Auslöseklemme für exakte Tiefe), Sideplaner (seitlicher Versatz für mehrere Ruten), Tauchscheiben und Trollingblei. Die Geschwindigkeit liegt auf Hecht meist bei 3 bis 4 km/h, auf Gummifisch und Zander langsamer, auf Salmoniden schneller. Ein Echolot ist für Struktur und Fischsuche zentral. Zielfische sind Hecht, Zander und Barsch sowie an großen, tiefen Seen und an der Küste Seeforelle, Lachs, Saibling und Felchen. Man fischt kräftiges Gerät (Rute ab 100 g Wurfgewicht, Multirolle, Stahlvorfach bei Hecht). Wichtig: Schleppangeln ist nicht überall erlaubt - an vielen Gewässern verboten oder auf zwei bis drei Ruten begrenzt. Immer die Gewässerordnung prüfen.

auf Tiefe
die Stärke Köder dauerhaft in der Fangtiefe halten
große Wasser
das Revier Freiwasser, tiefe Seen, Küste
3-4 km/h
Tempo (Hecht) langsamer für Gummi/Zander, schneller für Lachs

Es gibt Gewässer, die sind schlicht zu groß, um sie vom Ufer oder mit der Wurfrute abzusuchen - der Bodensee, die Müritz, die offene Ostsee. Hier stehen die großen Fische verstreut im Freiwasser, und um sie zu finden, muss der Köder dorthin, wo sie sind, und dort bleiben. Genau das leistet das Schleppangeln: Der Köder läuft hinter dem fahrenden Boot stundenlang auf exakter Tiefe, während man Kilometer um Kilometer Wasser durchkämmt. Dieser Guide zeigt die Tiefensteuerung, die Geschwindigkeit, das Gerät - und den rechtlichen Rahmen, der beim Trolling besonders wichtig ist.

Was Schleppangeln ist

Beim Schleppangeln - auch Trolling - zieht man den Köder hinter dem Boot her, mit Motor oder rudernd, statt ihn wie beim Spinnfischen zu werfen und einzuholen. Der entscheidende Vorteil: Man kann den Köder dauerhaft auf der besten Tiefe halten und dabei große Flächen absuchen. Das macht Trolling zur Such- und Großfischmethode auf weiten, tiefen Gewässern - denn große Seen beherbergen meist auch die großen Fische. Im Sommer stehen Hechte oft in drei bis sechs Metern, gern direkt oberhalb der Sprungschicht.

Die Köder

Geschleppt wird mit drei Ködergruppen:

  • Wobbler und Crankbaits: der Klassiker. Auf Hecht große Modelle von 15 bis 30 Zentimetern, als Flachläufer (1 bis 2 m) oder Tiefläufer (bis etwa 5 m Eigen-Tauchtiefe). Mehr im Wobbler- und Crankbait-Guide.
  • Gummifische: vor allem im Herbst und Winter, gern als XXL-Köder um 25 Zentimeter; sie laufen schon bei geringem Tempo. Mehr im Gummifisch-Guide.
  • Blinker und Löffel: metallisch und sinkend, meist am Downrigger; auf Lachs und Meerforelle an der Ostsee die Standardköder (etwa 11 bis 15 cm).

Auf Zander schleppt man kleinere Köder (6 bis 20 cm), im Sommer feiner, zum Herbst hin größer.

Die Tiefe steuern

Die richtige Tiefe ist beim Schleppen alles - der Köder muss auf Fischhöhe laufen. Dafür gibt es mehrere Wege, vom einfachen bis zum präzisen:

  • Schnurlänge: Je mehr und je dünnere Schnur hinter dem Boot läuft, desto tiefer taucht der Köder. Wobbler fischt man oft mit 30 bis 40 Metern Abstand, je nach Köder und Wassertrübung auch zwischen 10 und 60 Metern.
  • Eigen-Tauchtiefe des Wobblers: Wichtig zu wissen - die aufgedruckten Lauftiefen gelten fürs Werfen; geschleppt läuft ein Wobbler in der Regel eine gute Ecke tiefer.
  • Gummifisch-Faustformel: grob 10 Gramm Kopfgewicht je Meter Lauftiefe (bei rund 23 cm Köder und etwa 3 km/h).
  • Downrigger: ein schweres Blei (etwa 0,5 bis 10 kg) bringt den Köder auf die exakte Tiefe; die Schnur steckt in einer Auslöseklemme, die beim Biss freigibt, sodass man den Fisch frei drillt. Je steiler das Downrigger-Seil steht, desto genauer stimmt die Tiefe. Beim Lachstrolling bietet er Köder in drei bis fünfundzwanzig Metern an.
  • Sideplaner (Scherbretter): in die Schnur eingeklemmte Brettchen ziehen den Köder seitlich weg - so fischen mehrere Ruten parallel zum Boot, ohne sich zu verheddern. Auch sie geben beim Biss die Schnur frei.
  • Tauchscheiben und Trollingblei: Paravane bringen den Köder auf Tiefe, ein Trollingblei (50 bis 150 g, teils mehr) einige Meter vor dem Köder ebenso.

Zur Kontrolle des Abstands hilft eine mehrfarbige Schnur, deren Farbwechsel man mitzählt.

Geschwindigkeit und Kurven

Das Tempo richtet sich nach Köder und Zielfisch. Auf Hecht mit Wobbler sind 3 bis 4 km/h der Standard - im Sommer eher schneller (bis rund 4,5 km/h), im Winter langsamer (2 bis 3 km/h). Gummifische laufen schon bei 1,5 bis 2 km/h und wollen langsamer geführt werden, ebenso der Zander (eher 2 als 3 km/h). Für die großen Salmoniden darf es deutlich schneller sein, bis etwa 6 km/h.

Ein bewährter Kniff sind Kurven und S-Bögen: Dabei ändern die Köder Tempo und Tiefe, und genau dieser Wechsel löst oft den Biss aus. Eine Taktik ist, langsam Richtung Ufer zu fahren und dann zügig aus der Kurve heraus zur Seemitte zu ziehen.

Echolot und Bootskontrolle

Ohne Echolot schleppt man blind. Es zeigt Wassertiefe, Struktur und - besonders wertvoll - Futterfischschwärme und große Einzelfische, an denen man den Köder vorbeiführt. Wer jeden Fang auf dem Kartenplotter markiert, erkennt mit der Zeit die Muster und Hotspots. Gefischt wird mit mehreren Ruten in Rutenhaltern, fächerförmig angeordnet: die inneren Ruten kürzer und tiefer, die äußeren länger und flacher, damit man auch enge Kurven fahren kann, ohne dass sich die Schnüre kreuzen. Beim Biss holt man die übrigen Ruten zügig ein. Ein Elektromotor hilft, das Tempo konstant und leise zu halten.

Die Zielfische

Auf den Binnenseen sind Hecht, Zander und Barsch die klassischen Schleppfische. Ihre eigentliche Stärke spielt die Methode aber auf den tiefen, klaren Gewässern aus: Seeforelle, Lachs, Seesaibling und Felchen stehen verstreut im Freiwasser und lassen sich kaum anders gezielt fangen. Typische Reviere sind die großen Alpenseen (Bodensee, Chiemsee, Ammersee, Walchensee), die mecklenburgischen Seen (Müritz, Plauer See, Großer Plöner See) und die Ostsee mit ihrem Lachs- und Meerforellentrolling.

Das Gerät

Schleppen verlangt kräftiges Gerät. Die Rute ist stabil (mindestens 100 g Wurfgewicht, Länge etwa 2,50 bis 3,00 m) und eher parabolisch, damit sie die harten Schläge im Rutenhalter abfedert. Als Rolle dient meist eine robuste Multirolle, die die Schnur kontrolliert freigibt (Klassiker sind Shimano Tekota oder Okuma Convector). Die Schnur ist eine tragfähige Geflochtene (0,18 bis 0,20 mm, 15 bis 20 kg). Beim Hecht gehört ein Stahl- oder Titanvorfach (mindestens 15 kg) davor, ersatzweise dickes Fluorocarbon ab 0,90 mm. Passende Ruten und Schnüre stehen im Ruten- und Schnur-Guide, das Echolot im Echolot-Guide.

Der rechtliche Rahmen

Kein anderer Punkt ist beim Schleppen so wichtig wie dieser: Schleppangeln ist nicht überall erlaubt. Es ist zwar nicht grundsätzlich verboten, aber an vielen - vor allem kleineren - Gewässern nicht gestattet, und die Regeln unterscheiden sich stark je nach Bundesland, See und Bewirtschafter. Häufig ist die Rutenzahl auf zwei bis drei pro Angler begrenzt, mancherorts gilt ein Motorverbot, und manche Seen erlauben Trolling nur mit Speziallizenz oder für Vereinsmitglieder. Flexibler ist das Freiwasserschleppen an der Küste. Ob und wie man schleppen darf, steht auf der Angelkarte und in der Gewässerordnung - im Zweifel klärt die Fischereiaufsicht auf. Dazu kommen wie überall Schonzeiten und Mindestmaße der jeweiligen Art.

Die häufigsten Fehler

  • Planlos herumfahren - man schleppt gezielt an Struktur und unter Futterfischen, nicht auf gut Glück.
  • Nicht unter den Fischen angeln - gerade der Hecht ist nach oben orientiert; im Zweifel lieber etwas flacher als zu tief schleppen.
  • Falsches Tempo - zu schnell oder zu langsam für den jeweiligen Köder.
  • Monotone Fahrt - ohne Kurven und Tempowechsel verschenkt man Bisse.
  • Ruten zu nah beieinander - ohne Sideplaner und Fächer-Anordnung verheddern sich die Schnüre.

Häufige Fragen zu Schleppangeln (Trolling)

Was ist Schleppangeln?

Eine Methode, bei der man den Köder hinter dem langsam fahrenden Boot herzieht - mit Motor oder Rudern -, statt ihn zu werfen und einzuholen. Der große Vorteil: Man kann den Köder dauerhaft auf der besten Tiefe halten und dabei viel Wasser absuchen. Deshalb ist Trolling die erste Wahl auf großen, tiefen Gewässern und im Freiwasser, wo die Fische verstreut stehen. Geschleppt werden Wobbler, Gummifische und Blinker.

Wie steuert man die Schlepptiefe?

Über mehrere Stellschrauben. Erstens die Schnurlänge: Je mehr und je dünnere Schnur man hinter dem Boot laufen lässt, desto tiefer läuft der Köder - Wobbler oft mit 30 bis 40 Metern Abstand. Zweitens die Eigen-Tauchtiefe des Wobblers (Achtung: die Angaben gelten fürs Werfen, geschleppt läuft er meist tiefer). Für exakte Tiefen nutzt man Hilfsmittel: den Downrigger (ein schweres Blei bringt den Köder auf Tiefe, die Schnur steckt in einer Auslöseklemme, die beim Biss freigibt), Sideplaner (versetzen den Köder seitlich, damit mehrere Ruten nebeneinander fischen), Tauchscheiben und Trollingblei. Bei Gummifischen gilt als Faustformel grob 10 Gramm Kopfgewicht je Meter Lauftiefe.

Wie schnell schleppt man?

Das hängt von Köder und Zielfisch ab. Auf Hecht mit Wobbler sind 3 bis 4 km/h der Standard, im Sommer eher schneller (bis rund 4,5 km/h), im Winter langsamer (2 bis 3 km/h). Gummifische laufen schon bei 1,5 bis 2 km/h und wollen deutlich langsamer geführt werden, ebenso der Zander (eher 2 als 3 km/h). Auf die großen Salmoniden - Seeforelle und Lachs - darf es schneller sein, bis etwa 6 km/h. Kurven zu fahren lohnt sich, weil die Köder dabei Tempo und Tiefe ändern und oft genau dann der Biss kommt.

Welche Fische fängt man beim Schleppen?

Auf den Binnenseen vor allem Hecht, Zander und Barsch. Ihre große Stärke spielt die Methode aber auf den tiefen, klaren Seen und an der Küste aus: Seeforelle, Lachs, Seesaibling und Felchen stehen oft verstreut im Freiwasser und lassen sich kaum anders gezielt befischen. Klassische Schlepp-Reviere sind die großen Alpenseen (etwa Bodensee, Chiemsee, Ammersee), die mecklenburgischen Seen (Müritz, Plauer See) und die Ostsee (Lachs- und Meerforellentrolling).

Ist Schleppangeln überall erlaubt?

Nein - das ist der wichtigste Punkt. Schleppangeln ist nicht per se verboten, aber an vielen, gerade kleineren Gewässern nicht gestattet, und die Regeln unterscheiden sich stark je nach Bundesland, See und Bewirtschafter. Häufig ist die Rutenzahl auf zwei bis drei pro Angler begrenzt, mancherorts gilt ein Motorverbot, und manche Seen erlauben Trolling nur mit Speziallizenz oder für Mitglieder. Ob und wie man schleppen darf, steht auf der Angelkarte beziehungsweise in der Gewässerordnung - im Zweifel bei der Fischereiaufsicht nachfragen.

Quellen

Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.