raubfischmagazin
Lachsfische (Salmonidae)

HuchenHucho hucho

Der Huchen ist der König der Flüsse: der größte heimische Salmonide, ein kupferrot schimmernder Spitzenräuber, der einzig im Donausystem zu Hause ist. Über einen Meter lang, ein Winterfisch für Spezialisten - und zugleich eine stark gefährdete, streng geschützte Art. Dieser Guide zeigt den Donaulachs im Porträt und stellt seinen Schutzstatus an den Anfang.

Von der RedaktionStand: Juli 2026
Huchen (Hucho hucho) in Seitenansicht
Das Wichtigste in Kürze

Der Huchen (Hucho hucho), auch Donaulachs genannt, ist der größte Salmonide Europas und der Spitzenräuber seines Flusssystems. Er ist ein Endemit des Donau-Einzugsgebiets - in Deutschland kommt er natürlich nur im bayerischen und baden-württembergischen Donausystem vor. Sein torpedoförmiger Körper mit großem, bezahntem Maul und der kleinen Fettflosse schimmert kupfern-rötlich mit feinen dunklen Punkten. Typisch sind 60 bis 120 cm, kapitale Fische über einen Meter, Ausnahmefische bis rund 1,5 Meter und über 30 Kilogramm (historisch bis 52 kg). Er frisst fast ausschließlich Fische (Nasen, Barben, Aiteln, Äschen). Entscheidend: Der Huchen ist FFH-geschützt (Anhang II/V) und laut IUCN stark gefährdet; befischbar ist er in Deutschland nur in Bayern und Baden-Württemberg mit hohem Mindestmaß (70 bzw. 90 cm) und langer Schonzeit, in den übrigen Ländern kommt er nicht vor. Angeln ist Spezialistensache, meist im Winter.

60-120 cm
Typische Größekapital über 1 m; Ausnahme bis ~1,5 m / über 30 kg
Donausystem
VerbreitungEndemit - in DE nur Bayern/BW
stark gefährdet
SchutzFFH II/V, IUCN endangered

Kein heimischer Fisch trägt seinen Beinamen so zu Recht wie der Huchen: “König der Flüsse”. Er ist der größte Salmonide Europas, ein kupferrot schimmernder Spitzenräuber, der einzig im Donausystem zu Hause ist - und der zugleich zu den am stärksten gefährdeten Fischen unserer Gewässer zählt. Wer je einen Huchen von über einem Meter gesehen hat, versteht die Faszination, die diesen Winterfisch umgibt. Doch bei kaum einer Art steht der Schutz so sehr im Vordergrund. Dieser Guide stellt den Donaulachs vor - und beginnt bewusst mit seiner Gefährdung.

Stark gefährdet - der Schutz zuerst

Der Huchen steht auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet (endangered) und ist über die europäische FFH-Richtlinie (Anhänge II und V) besonders geschützt; in Österreich, seinem Kernverbreitungsland, gilt er als stark gefährdet und war 2012 und 2023 Fisch des Jahres. Sein Niedergang hat einen Hauptgrund: die Verbauung der Flüsse. Wasserkraftwerke und Querverbauungen ohne Fischpässe blockieren seine Laichwanderung - allein an der Isar stehen über 30 Kraftwerke -, dazu kommen Flussbegradigung, Verschmutzung und der Rückgang seiner Beutefische. Ursprünglich besiedelte der Huchen in Österreich über 4.000 Flusskilometer; heute sind vielerorts nur noch Restpopulationen übrig oder die Bestände sind erloschen. Wer auf Huchen angelt, tut dies in dem Bewusstsein, einer bedrohten Art gegenüberzustehen.

Der größte heimische Salmonide

Der Huchen hat einen langgestreckten, torpedoförmigen und im Querschnitt fast drehrunden Raubfischkörper mit einem breiten, oben abgeflachten Kopf und einem großen, kräftig bezahnten Maul, dessen Spalte bis hinter das Auge reicht. Wie alle Lachsfische trägt er die kleine Fettflosse. Seine Färbung ist unverwechselbar: ein grau- bis grünlichbrauner Rücken, rötlich-golden bis kupfern schimmernde Flanken mit feinen, unregelmäßig verteilten dunklen Punkten und ein weißlich-silbriger Bauch.

Bei der Größe ist er konkurrenzlos. Typisch sind 60 bis 120 Zentimeter, kapitale Fische überschreiten den Meter deutlich. Die Maximalwerte streuen je nach Quelle zwischen 1,5 Metern und 35 Kilogramm sowie über 1,7 Metern und mehr als 50 Kilogramm - der legendäre Rekord von 1897 aus Niederösterreich wird mit rund 1,75 Metern und 52 Kilogramm angegeben. Sein Alter kann rund 20 Jahre und mehr erreichen.

Endemit des Donausystems

Der Huchen kommt weltweit natürlich nur in einem einzigen Flusssystem vor: dem Donau-Einzugsgebiet. In Deutschland beschränkt sich das auf das Donausystem in Bayern und Baden-Württemberg - Flüsse wie Isar, Lech, Regen und Iller -, dazu Österreich, die Slowakei, Slowenien und die Balkanländer. Er ist ein Fisch der großen, schnell fließenden, kühlen und sauerstoffreichen Flüsse der Äschen- und Barbenregion, mit hartem Grund aus Fels und grobem Kies. Als standorttreuer Räuber hält er sich bevorzugt in tiefen Kolken und Gumpen, an ausgespülten Ufern, hinter Felsblöcken und Totholz sowie an Wehren auf.

Spitzenräuber

Der erwachsene Huchen ist ein reiner Fischräuber und der Spitzenprädator seines Systems. Er frisst fast ausschließlich andere Fische, bevorzugt Nasen, Barben, Aiteln und Äschen, dazu Elritzen und gelegentlich Artgenossen. Große Exemplare jagen sogar im Wasser schwimmende Kleinsäuger wie Mäuse, dazu Amphibien und selten Entenküken. Jungfische beginnen mit Insektenlarven und Krebsen und stellen etwa ab dem zweiten Lebensjahr auf Fischnahrung um. Gelaicht wird im Frühjahr, von März bis Anfang Mai, nach einer Laichwanderung flussaufwärts über flach überströmten Kiesbänken.

Angeln: Spezialistensache im Winter

Das Huchenangeln ist die Königsdisziplin des Flussfischens - und zugleich streng reglementiert. In Deutschland ist der Huchen nur in Bayern und Baden-Württemberg befischbar, mit hohem Mindestmaß (Bayern 90 cm, Baden-Württemberg 70 cm) und langer Frühjahrs-Schonzeit; in Österreich braucht man eine revierbezogene Sonderlizenz, die Huchenkarte. Die Saison ist der Winter, mit der besten Zeit von Dezember bis Februar, wenn sich die Fische vor dem Laichen den Bauch vollschlagen.

Gefischt wird mit sehr schwerem Gerät: einer rund drei Meter langen Rute mit hohem Wurfgewicht, starker Schnur und großem Kescher. Klassische Köder sind der Huchenzopf, große Wobbler und Blinker, Gummifische von 12 bis 20 Zentimetern, Köderfische und Mäuseattrappen. Der Huchen gilt als extrem selten und schwer zu fangen - ein Fisch, den man sich über viele Ansitze erarbeitet.

In der Küche ist sein Fleisch fest und sehr wohlschmeckend, doch als Speisefisch spielt er praktisch keine Rolle: Wegen seiner starken Gefährdung wird der Huchen überwiegend schonend zurückgesetzt und darf nur dort entnommen werden, wo Mindestmaß und Recht es ausdrücklich erlauben. Was in den einzelnen Bundesländern gilt, fasst der Huchen-Schonzeit-Hub zusammen.

Mehr zum Huchen

Vertiefen

Häufige Fragen zum Huchen

Warum ist der Huchen so streng geschützt?

Weil er stark gefährdet ist. Der Huchen steht auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als 'endangered' und ist über die europäische FFH-Richtlinie (Anhänge II und V) besonders geschützt; in Österreich gilt er als stark gefährdet. Sein Bestand ist dramatisch eingebrochen, vor allem durch Wasserkraftwerke und Querverbauungen, die seine Laichwanderung blockieren, dazu Flussbegradigung und der Rückgang seiner Beutefische. Ursprünglich besiedelte er in Österreich über 4.000 Flusskilometer - heute sind es meist nur noch Restpopulationen.

Wie groß wird ein Huchen?

Er ist der größte heimische Salmonide. Typisch sind 60 bis 120 Zentimeter, kapitale Fische überschreiten den Meter deutlich. Die Maximalangaben streuen je nach Quelle zwischen etwa 1,5 Metern und 35 Kilogramm und über 1,7 Metern und mehr als 50 Kilogramm; der berühmte historische Rekord von 1897 aus Niederösterreich soll rund 1,75 Meter und 52 Kilogramm gemessen haben. Sein Alter kann etwa 20 Jahre und mehr erreichen.

Wo kommt der Huchen vor?

Der Huchen ist ein Endemit des Donau-Einzugsgebiets - er kommt weltweit natürlich nur in der Donau und ihren größeren Zuflüssen vor. In Deutschland ist das ausschließlich das Donausystem in Bayern und Baden-Württemberg (etwa Isar, Lech, Regen, Iller), dazu Österreich und die Balkanländer. Er braucht große, schnell fließende, kühle und sauerstoffreiche Flüsse mit hartem Kies- oder Felsgrund und steht bevorzugt in tiefen Kolken, an ausgespülten Ufern und an Wehren.

Darf man Huchen angeln?

Nur eingeschränkt und dort, wo Bestand und Recht es zulassen. In Deutschland ist der Huchen lediglich in Bayern und Baden-Württemberg befischbar, und das mit hohem Mindestmaß (Bayern 90 cm, Baden-Württemberg 70 cm) und langer Frühjahrs-Schonzeit. In Österreich ist die Befischung revierbezogen streng über eine Sonderlizenz (Huchenkarte) geregelt, in Wien ist er ganzjährig geschont. Angeln auf Huchen ist Spezialistensache; wegen der Gefährdung wird überwiegend zurückgesetzt.

Was frisst der Huchen?

Als Spitzenräuber seines Flusssystems ernährt sich der erwachsene Huchen fast ausschließlich von anderen Fischen - bevorzugt von Nasen, Barben, Aiteln (Döbeln) und Äschen, dazu Elritzen und gelegentlich Artgenossen. Große Huchen erbeuten sogar im Wasser schwimmende Kleinsäuger wie Mäuse, Amphibien und selten Entenküken. Jungfische fressen zunächst Insektenlarven und Krebse und steigen etwa ab dem zweiten Lebensjahr auf Fischnahrung um.

Quellen

Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.