Die Goldforelle ist keine eigene Art, sondern eine goldgelb bis orange gefärbte Zuchtform der Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) - dieselbe Art, nur eine pigmentveränderte Zuchtlinie. Die Färbung entsteht durch eine Pigmentmutation und gezielte Zuchtauswahl (nicht durch das Futter wie bei der rotfleischigen Lachsforelle) und geht auf eine 1955 in West Virginia entdeckte gelb gescheckte Forelle zurück. Sie ist der Blickfang im Forellensee, ein Speisefisch aus Aquakultur und wird genau wie die Regenbogenforelle beangelt und zubereitet. Nicht zu verwechseln ist sie mit der echten kalifornischen Golden Trout (einer US-Wildart) und mit der Goldorfe (der goldenen Zuchtform des Alands, eines Karpfenfischs).
Kaum ein Fisch zieht am Forellensee so viele Blicke auf sich wie die Goldforelle: Golden leuchtend zieht sie durchs Wasser, ein Farbtupfer zwischen den silbrigen Regenbogenforellen. Um kaum einen Besatzfisch ranken sich aber auch so viele Missverständnisse. Dieser Steckbrief klärt, was die Goldforelle wirklich ist - und was nicht.
Keine eigene Art, sondern eine Farbzuchtform
Die wichtigste Klarstellung zuerst: Die Goldforelle ist keine eigene Fischart. Sie ist eine goldgelb bis orange gefärbte Zuchtform der Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) - biologisch dieselbe Art, nur eine pigmentveränderte Zuchtlinie, im Ursprung als “Golden Rainbow Trout” oder “Palomino Trout” bekannt. Auch die gelegentlich zu lesende Behauptung, sie sei eine Kreuzung aus Regenbogenforelle und Saibling, ist falsch.
Ihre Entstehung ist gut dokumentiert: 1955 tauchte in einer Fischzucht in Petersburg, West Virginia, ein einzelner pigmentarmer, gelb gescheckter Jungfisch auf. Man zog ihn separat auf und selektierte aus seinen Nachkommen die goldgelbe Linie, die 1963 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Farbe beruht also auf einer Pigmentmutation und gezielter Zuchtauswahl - und eben nicht auf dem Futter, wie es bei der rotfleischigen Lachsforelle der Fall ist.
Verwechslungen aufgeklärt
Weil gleich mehrere goldene Fische kursieren, lohnt die Abgrenzung:
- Die echte kalifornische Golden Trout (Oncorhynchus aguabonita) ist eine US-Wildart aus den Hochgebirgsbächen der Sierra Nevada und der Staatsfisch Kaliforniens. In Deutschland ist sie kein Besatzfisch und spielt keine Rolle - sie teilt mit unserer Goldforelle nur den deutschen Namen.
- Die Goldorfe ist die goldene Zuchtform des Alands, also ein Karpfenfisch (Weißfisch) und kein Salmonide. Sie ähnelt der Goldforelle nur in der Farbe, gehört aber zu einer völlig anderen Fischfamilie.
Aussehen und Größe
Abgesehen von der Farbe hat die Goldforelle die typische Gestalt der Regenbogenforelle: einen stromlinienförmigen Körper mit der kleinen Fettflosse. Ihr Körper leuchtet goldgelb bis gold-orange, oft mit einem hell abgesetzten Rücken und je nach Zuchtlinie wenigen oder gar keinen dunklen Punkten. In der Größe entspricht sie ebenfalls der Regenbogenforelle: Besetzt wird meist die Portionsgröße ab etwa 400 Gramm, in Angelteichen sind kapitale Fische bis in den mittleren Kilogrammbereich und bis rund 70 Zentimeter möglich.
Verwendung, Angeln und Küche
In Deutschland ist die Goldforelle vor allem ein Besatzfisch für Forellenseen und Angelteiche, wo sie als goldener Blickfang zwischen die normalen Regenbogenforellen gesetzt wird; daneben dient sie der Aquakultur als Speisefisch und findet sich als Zierfisch in Gartenteichen. Gefangen wird sie exakt wie die Regenbogenforelle - mit dem Sbirolino und Forellenteig, mit Bienenmade, Spoons und Spinnern, gern an auffälligen orangefarbenen Ködern.
Weil sie eine Zuchtform ist und in kommerziellen Teichen besetzt wird, hat die Goldforelle keine eigene gesetzliche Schonzeit: Es gelten die Regeln des jeweiligen Teichbetreibers (Entnahme, Tageslimit). In freien Gewässern spielt sie praktisch keine Rolle. In der Küche schließlich ist sie ein guter Speisefisch mit weißem, feinem Fleisch - nicht zu unterscheiden von der normalen Regenbogenforelle. Alles zur Stammform steht im Regenbogenforellen-Guide; wie man Forellen räuchert, zeigt die Seite Forelle räuchern.
Häufige Fragen zum Goldforelle
Ist die Goldforelle eine eigene Fischart?
Nein. Die Goldforelle ist eine goldgelb gefärbte Zuchtform der Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) - biologisch dieselbe Art, nur eine pigmentveränderte Zuchtlinie. Sie ist auch keine Kreuzung mit einem Saibling, wie manchmal behauptet wird. Die goldene Farbe entstand aus einer Pigmentmutation, die 1955 in einer Fischzucht in West Virginia zufällig auftrat und dann gezielt weitergezüchtet wurde.
Kommt die Goldfarbe vom Futter?
Nein - und das ist der Unterschied zur Lachsforelle. Die goldgelbe Farbe der Goldforelle steckt in ihrer Haut und beruht auf einer Pigmentmutation und Zuchtauswahl, nicht auf dem Futter. Bei der Lachsforelle dagegen entsteht die rosa bis rote Färbung des Fleisches durch Carotinoide (Astaxanthin) im Futter. Zwei ganz verschiedene Mechanismen.
Wie unterscheidet sich die Goldforelle von Golden Trout und Goldorfe?
Alle drei sind golden, aber sehr verschieden. Die Goldforelle ist die Zuchtform der Regenbogenforelle aus unseren Forellenseen. Die echte kalifornische Golden Trout (Oncorhynchus aguabonita) ist dagegen eine US-Wildart aus den Hochgebirgsbächen der Sierra Nevada und spielt in Deutschland keine Rolle. Und die Goldorfe ist die goldene Zuchtform des Alands - also ein Karpfenfisch, kein Salmonide, und nur farblich ähnlich.
Wie fängt und isst man eine Goldforelle?
Genau wie eine Regenbogenforelle, denn es ist dieselbe Art. Am Forellensee fängt man sie mit dem Sbirolino und Forellenteig, mit Bienenmade, Spoons und Spinnern - gern mit auffälligen, orangefarbenen Ködern. In der Küche ist sie ein guter Speisefisch mit weißem, feinem, mild-würzigem Fleisch, das sich braten, backen, grillen und räuchern lässt.
- simfisch.de - Fischlexikon Regenbogenforelle (Grundlage)
- BLINKER - Goldforelle: der besondere Schatz im Forellensee
- West Virginia DNR - Geschichte der Golden Rainbow Trout
Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.
