Die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) stammt aus dem pazifischen Nordamerika und wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Europa eingebürgert - sie gehört zur Gattung der Pazifischen Lachse und ist damit nicht näher mit der heimischen Bachforelle verwandt. Man erkennt sie am namensgebenden rosa-schillernden Längsband auf silbriger Flanke und an den kleinen schwarzen Punkten, die den ganzen Körper einschließlich Rücken-, Fett- und Schwanzflosse überziehen - rote Punkte wie die Bachforelle hat sie nicht. Sie ist robuster und schnellwüchsiger als die Bachforelle, kommt mit wärmerem, sauerstoffärmerem Wasser zurecht und dominiert deshalb die Forellenteiche. In Deutschland pflanzt sie sich kaum selbst fort, die Bestände beruhen auf Besatz. Anders als die Bachforelle ist sie ein Frühjahrslaicher. Die große, rotfleischige 'Lachsforelle' ist keine eigene Art, sondern eine über das Futter gefärbte Regenbogenforelle.
Wer in Deutschland eine Forelle fängt, hat es meist mit dieser Art zu tun: der Regenbogenforelle. Sie ist der prägende Fisch der Forellenseen und Angelteiche - robust, schnellwüchsig, weit weniger scheu als die heimische Bachforelle und in praktisch jedem Put-and-Take-Gewässer zu Hause. Dabei ist sie eigentlich ein Gast: Ihre Heimat liegt an der Pazifikküste Nordamerikas. Dieser Guide stellt die eingebürgerte Forelle vor, grenzt sie klar von der Bachforelle ab und klärt nebenbei, was es mit der geheimnisvollen “Lachsforelle” auf sich hat.
Ein Gast aus Nordamerika
Die Regenbogenforelle stammt von der pazifischen Küste Nordamerikas, von Alaska bis Kalifornien. Systematisch gehört sie zur Gattung der Pazifischen Lachse (Oncorhynchus) - sie ist damit näher mit dem Pazifiklachs verwandt als mit der heimischen Bachforelle, die zu den echten Forellen (Salmo) zählt. Ende des 19. Jahrhunderts brachte man sie nach Europa; erste Eier kamen um 1882 nach Deutschland. Heute ist sie auf allen Kontinenten außer der Antarktis besetzt. In ihrer Urheimat gibt es neben der stationären Süßwasserform auch eine ins Meer wandernde, silbrige Wanderform - die berühmte Steelhead oder Stahlkopfforelle.
Aussehen: das Regenbogenband
Ihren Namen verdankt sie dem rötlich-rosa schillernden Längsband, das sich über die silbrigen Flanken zieht und je nach Lichteinfall in Regenbogenfarben spielt - besonders kräftig bei Männchen zur Laichzeit. Der Rücken ist blaugrün bis oliv, die Grundfärbung silbrig. Das zweite Kennzeichen sind die kleinen schwarzen Punkte, die fast den ganzen Körper überziehen, einschließlich Rücken-, Fett- und Schwanzflosse.
Genau hier liegt die sichere Abgrenzung zur Bachforelle: Der Regenbogenforelle fehlen die roten Punkte und die weiß abgesetzten Flossensäume der Bachforelle; dafür reichen ihre schwarzen Punkte bis in die Schwanzflosse, die bei der Bachforelle ungefleckt bleibt. Als Merksatz: Regenbogenforelle - rosa Band, keine roten Punkte, Punkte bis in den Schwanz; Bachforelle - rote Punkte mit Hof, Schwanz ohne Flecken.
Größe, Wachstum und die Lachsforelle
In unseren Gewässern misst die Regenbogenforelle im Schnitt 35 bis 50 Zentimeter bei rund einem Kilogramm; die Portionsforelle aus dem Angelsee liegt oft etwas darunter. Ihr großer Vorteil ist das schnelle Wachstum - deutlich rascher als die Bachforelle -, was sie zum idealen Zucht- und Besatzfisch macht. In der Aquakultur und als kapitaler Fisch wird sie deutlich größer; die wilde Steelhead-Form Nordamerikas erreicht bis zu 120 Zentimeter und über 20 Kilogramm, der Weltrekord liegt bei knapp 22 Kilogramm.
Damit sind wir bei der Lachsforelle. Sie ist keine eigene Art, sondern ein Handelsname für große Regenbogenforellen mit rosa bis rotem Fleisch. Diese Färbung entsteht nicht von Natur aus, sondern durch die Zufütterung von Carotin beziehungsweise Astaxanthin - denselben Farbstoffen aus Algen und Krebstieren, die auch das Lachsfleisch rot machen. Typische Lachsforellen wiegen ab etwa drei und bis rund zehn Kilogramm.
Robust und anspruchslos
Die Regenbogenforelle stammt zwar aus kühlen, sauerstoffreichen Gewässern, verträgt aber wärmeres und sauerstoffärmeres Wasser besser als die Bachforelle. Genau das macht sie teichtauglich und erklärt ihren Siegeszug in den Forellenseen. In natürlichen deutschen Gewässern pflanzt sie sich dagegen nur selten erfolgreich fort - ihre Bestände beruhen fast überall auf Besatz. Ohne diesen würde sie aus den meisten Flüssen und Seen wieder verschwinden. Sie ist zudem weniger standorttreu als die heimische Bachforelle.
Beim Fressen ist sie ein opportunistischer Allesfresser: Insekten und Larven, Anflugnahrung, Bachflohkrebse, Schnecken, Würmer und Kleinfische stehen auf dem Speiseplan, im Teich dazu die Zuchtpellets.
Frühjahrslaicher
Ein weiterer klarer Unterschied zur Bachforelle liegt im Laichkalender. Während die heimische Bachforelle im Herbst und Winter laicht, ist die Regenbogenforelle ein Frühjahrslaicher: Sie laicht je nach Region etwa von Januar bis Mai, sobald die Wassertemperatur auf rund 6 bis 8 Grad steigt, auf Kiesgrund in Fließgewässern. Diese gegensätzlichen Laichzeiten sind nicht nur ein schönes Bestimmungsdetail, sondern auch der Grund, warum beide Arten rechtlich unterschiedlich behandelt werden.
Angeln und Küche
Das Herz des Regenbogenforellen-Angelns schlägt am Forellensee. Die beliebtesten Methoden sind das Sbirolino-Fischen, das Posen- und Tremarellafischen, das Spinnfischen und das Fliegenfischen. Als Köder dienen Forellenteig und Powerbait am Sbirolino, die klassische Bienenmade, dazu Spoons, Spinner und kleine Wobbler. Im Fluss und Bach fängt man sie vor allem mit Spinnködern und der Fliege. Die Details zur Köderwahl stehen auf unserer Seite Forellenköder.
In der Küche ist die Regenbogenforelle ein hochwertiger Speisefisch mit festem, zartem Fleisch - nach dem Karpfen einer der wirtschaftlich wichtigsten Aquakulturfische überhaupt. Ob gebraten, blau, gebacken, gegrillt oder geräuchert: Sie gelingt vielseitig. Wie man Forellen räuchert, zeigt unsere Seite Forelle räuchern; die rechtlichen Rahmenbedingungen fasst der Regenbogenforellen-Schonzeit-Hub zusammen.
Vertiefen
Häufige Fragen zum Regenbogenforelle
Wie unterscheidet man Regenbogenforelle und Bachforelle?
An drei Merkmalen. Die Regenbogenforelle trägt ein rosa-schillerndes Längsband entlang der Flanke, ist über den ganzen Körper einschließlich der Schwanzflosse schwarz gepunktet - und hat keine roten Punkte. Die heimische Bachforelle dagegen hat rote Punkte mit hellem Hof, oft weiß abgesetzte Flossensäume und keine Flecken auf der Schwanzflosse. Zudem sind es verschiedene Gattungen: Die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) gehört zu den Pazifischen Lachsen, die Bachforelle (Salmo trutta) zu den echten Forellen.
Ist die Regenbogenforelle heimisch?
Nein. Die Regenbogenforelle stammt von der pazifischen Küste Nordamerikas und wurde Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa gebracht - erste Eier kamen um 1882 nach Deutschland. Sie gilt damit als Neozoon. In deutschen Gewässern pflanzt sie sich nur selten erfolgreich selbst fort, weshalb die Bestände fast überall auf Besatz beruhen. Ohne regelmäßigen Besatz würde sie aus den meisten natürlichen Gewässern wieder verschwinden.
Warum ist die Regenbogenforelle der Fisch der Forellenseen?
Weil sie robuster und anspruchsloser ist als die heimische Bachforelle. Sie wächst deutlich schneller und kommt mit wärmerem und sauerstoffärmerem Wasser besser zurecht - beides macht sie zum idealen Zucht- und Besatzfisch. Deshalb ist sie der klassische Fisch der Forellenteiche und Angelseen (Put-and-Take), wo man sie mit Sbirolino und Forellenteig, Bienenmade, Spoons und Spinnern fängt.
Was ist eine Lachsforelle?
Kein eigener Fisch, sondern ein Handelsname. Als Lachsforelle wird fast immer eine große Regenbogenforelle mit rosa bis rotem Fleisch verkauft. Diese Färbung ist nicht natürlich, sondern entsteht durch die Zufütterung von Carotin beziehungsweise Astaxanthin (aus Algen und Krebstieren) im Futter - dieselben Farbstoffe, die auch das Lachsfleisch rot machen. Typische Lachsforellen wiegen ab etwa 3 Kilogramm und werden bis rund 10 Kilogramm schwer.
Wann laicht die Regenbogenforelle?
Im Frühjahr - und das ist ein klarer Gegensatz zur heimischen Bachforelle, die im Herbst und Winter laicht. Die Regenbogenforelle laicht je nach Region und Quelle etwa von Januar bis Mai, sobald die Wassertemperatur auf rund 6 bis 8 Grad steigt, auf Kiesgrund in Fließgewässern. In ihrer nordamerikanischen Heimat gibt es zudem eine ins Meer wandernde Form, die Steelhead.
- fischlexikon.eu - Regenbogenforelle (Merkmale, Punkte)
- simfisch.de - Fischlexikon Regenbogenforelle
- deutschlands-natur.de - Regenbogenforelle (Neozoon)
- forellen-angeln.de - Regenbogenforelle
- forellen-angeln.de - Lachsforelle (Handelsname)
Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.
