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See · Grenzgewässer (Bodenseekreis / Lkr. Konstanz)

Bodensee-Obersee

Der Bodensee-Obersee ist eine eigene Welt: 473 km² groß, 251 m tief, von drei Ländern umgeben - und fischereirechtlich ein Sonderfall. Wer hier auf Barsch, Zander, Wels oder Aal angeln will, folgt nicht dem Landesrecht, sondern der international abgestimmten Bodensee-Ordnung. Was das bedeutet und was der See an Raubfisch bietet.

Von der Redaktion Stand: Juli 2026
Der Bodensee-Obersee vor der Alpenkulisse
Typ
See
Lage
Grenzgewässer (Bodenseekreis / Lkr. Konstanz)
Bundesland
Baden-Württemberg
Raubfischarten
4
Das Wichtigste in Kürze

Der Obersee ist mit 473 km² Fläche und bis zu 251 m Tiefe der größte und tiefste Teil des Bodensees und das größte Binnengewässer Deutschlands - ein Grenzgewässer von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Fischereirechtlich gilt hier nicht die Landes-Fischereiverordnung, sondern die international koordinierte Bodensee-Fischereiordnung (IBKF); Sportfischer brauchen ein Patent. Die Regeln weichen deshalb vom Binnenland ab: Der Barsch (hier 'Kretzer' oder 'Egli') hat ein zweigeteiltes Schonfenster und im Sommer eine Anlandegröße von 13 cm bei bis zu 30 Stück pro Tag; der Zander hat ein eigenes Schonmaß von 40 cm bei Schonzeit bis 31. Mai; der Aal darf ganzjährig gefangen werden (Mindestmaß 50 cm), ist aber selten. Der Welsbestand wächst stark - 2024 wurde an der Rheinmündung ein Wels von 2,60 m gefangen.

473 km²
Fläche Obersee größtes Binnengewässer Deutschlands
251 m
max. Tiefe tiefster Teil des Bodensees
IBKF-Recht
Sonderrecht Patent statt Landesverordnung

Das schwäbische Meer

Der Bodensee-Obersee sprengt jeden Vergleich mit einem normalen Angelsee: 473 Quadratkilometer Wasserfläche, an der tiefsten Stelle 251 Meter tief, gespeist vom Alpenrhein und umgeben von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er ist der größte und tiefste Teil des Bodensees und das größte Binnengewässer Deutschlands. Für den Angler heißt das: riesige Freiwasserflächen, tiefe kalte Zonen und flache, warme Uferbereiche an den Mündungen - und ein Fischbestand, der von der klaren, nährstoffärmeren Großgewässer-Prägung bestimmt wird.

Welche Raubfische der Obersee führt

  • Der Barsch ist hier König: Als ‘Kretzer’ oder ‘Egli’ ist er die wirtschaftlich bedeutendste Angel- und Berufsfischerei-Art. Die Schwärme ziehen an den Halden und Flachzonen; ab Mai lohnt das Uferangeln.
  • Der Zander steht an den Kanten und in den trüberen, wärmeren Mündungsbereichen.
  • Der Wels ist der heimliche Star: Sein Bestand wächst stark, und an der warmen Rheinmündung stehen kapitale Waller - ein 2,60-m-Fisch belegt das Potenzial.
  • Der Aal ist dagegen selten und stark besatzabhängig; er wird nachts vom Ufer befischt.

Eigenes Recht: die Bodensee-Fischereiordnung

Der wichtigste Unterschied zum Binnenland: Am Obersee gilt nicht die baden-württembergische Landes-Fischereiverordnung, sondern die international abgestimmte Bodensee-Fischereiordnung (IBKF), auf die sich die Anrainerstaaten geeinigt haben. Sportfischer brauchen ein Patent. Daraus folgen eigene Werte:

  • Barsch: zweigeteiltes Schonfenster, im Sommer 13 cm Anlandegröße, bis 30 Stück pro Tag.
  • Zander: Schonmaß nur 40 cm, dafür Schonzeit bis 31. Mai - genau umgekehrt zum Binnenland.
  • Aal: Mindestmaß 50 cm, keine Schonzeit (ganzjährig fangbar), Uferfang bis 01:00 Uhr, künstliche Locklichter verboten.

Fürs Spinnfischen auf Barsch und Zander sind die Halden und Mündungen die ersten Adressen.

Vor dem Angeln prüfen

Weil hier Sonderrecht gilt, weichen fast alle Werte vom übrigen Baden-Württemberg ab - die gewässerspezifischen Angaben je Art stehen in der Tabelle unten. Wie die Regeln im restlichen Land aussehen, zeigt die Übersicht Schonzeiten in Baden-Württemberg. Verbindlich ist immer das aktuelle Bodensee-Patent und die geltende IBKF-Fassung.

Schonzeiten, Mindestmaße & Fanglimits am Bodensee-Obersee

Fischart Schonzeit Mindestmaß Fanglimit
Zander Schonzeit Baden-Württemberg → 01.04.-31.05. (Sonderrecht) 40 cm -
Wels Schonzeit Baden-Württemberg → Bodensee-Sonderrecht (IBKF): keine Schonzeit für Wels kein Mindestmaß (IBKF-koordiniert); Welsfang vom Ufer bis 01:00 Uhr siehe Erlaubnisschein/Bodensee-Patent
Aal Schonzeit Baden-Württemberg → keine (Bodensee-Sonderrecht, IBKF) 50 cm (IBKF) siehe Patent (Aalfang vom Ufer bis 01:00 Uhr)
Flussbarsch Schonzeit Baden-Württemberg → Bodensee-Sonderrecht (IBKF): Schonfenster 20.04.-15.05. und 10.05.-15.09. 13 cm (IBKF, Anlandepflicht im Sommer) max. 30 Barsche/Tag

Besonderheiten am Bodensee-Obersee

  • Zander: Sonderrecht: nicht der Landeswert. Längere Schonzeit (bis 31.05.), aber kleineres Mindestmaß (40 cm) als im Binnenland.
  • Wels: Sonderrechtsgebiet: der Obersee unterliegt nicht der LFischVO, sondern der international abgestimmten IBKF-Ordnung. Der Wels-Bestand wächst stark - 2024 wurde an der Rheinmündung ein Wels von 2,60 m und 109 kg (Netz) gefangen. Kapitale Waller stehen bevorzugt an der warmen, nährstoffreichen Rheinmündung.
  • Aal: Eigenes Recht: Der Obersee wird international über die IBKF geregelt, die LFischVO BW gilt hier nicht. Aal: Mindestmaß 50 cm, keine Schonzeit (ganzjährig fangbar); Uferfang auf Aal bis 01:00 Uhr gestattet, künstliche Locklichtquellen verboten. Aal ist im Bodensee selten und stark besatzabhängig. Sportfischerei nur mit Patent.
  • Flussbarsch: Der Barsch heißt am Bodensee 'Kretzer' oder 'Egli' und ist eine der wirtschaftlich wichtigsten Arten - die Egli-Tradition prägt Berufs- wie Angelfischerei. Anders als im BW-Binnenland gilt hier ein zweigeteiltes Schonfenster und die 13-cm-Anlandegröße im Sommer. Uferangeln lohnt ab Mai.
Bewirtschafter

Die Regeln am Bodensee-Obersee setzt Bodensee-Fischereiverordnung (IBKF). Angelkarte und Gewässerordnung des Bewirtschafters gehen im Zweifel dem Landesrecht vor - prüfen Sie vor dem Angeln die aktuell gültigen Bestimmungen Ihres Reviers.

Häufige Fragen zum Bodensee-Obersee

Braucht man zum Angeln am Bodensee-Obersee ein Patent?

Ja. Der Obersee ist ein internationales Grenzgewässer und wird über die Bodensee-Fischereiordnung (IBKF) geregelt, nicht über die Landes-Fischereiverordnung. Zum Sportfischen braucht man ein Bodensee-Patent; die Uferfischerei auf Aal und Wels ist bis 01:00 Uhr gestattet, künstliche Locklichtquellen sind dabei verboten.

Warum heißt der Barsch am Bodensee 'Kretzer' oder 'Egli'?

Das sind die regionalen Namen für den Flussbarsch am Bodensee, wo er als 'Egli' (schweizerisch) oder 'Kretzer' zu den wirtschaftlich wichtigsten Fischen zählt und Berufs- wie Angelfischerei prägt. Anders als im baden-württembergischen Binnenland gilt für ihn ein zweigeteiltes Schonfenster und im Sommer eine Anlandegröße von 13 cm; erlaubt sind bis zu 30 Barsche pro Tag. Das Uferangeln lohnt ab Mai.

Gibt es im Bodensee kapitale Welse?

Ja, und der Bestand wächst deutlich. 2024 wurde an der nährstoffreichen, warmen Rheinmündung ein Wels von 2,60 m Länge und 109 kg gefangen (im Netz der Berufsfischerei). Kapitale Waller stehen bevorzugt an dieser Mündung. Für den Wels gelten im Obersee weder Schonzeit noch Mindestmaß nach IBKF - maßgeblich ist das Patent.