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Sonnenbarsche (Centrarchidae)

SonnenbarschLepomis gibbosus

Der Sonnenbarsch ist einer der buntesten Fische unserer Gewässer - und zugleich einer der problematischsten. Der kleine, schillernde Nordamerikaner wurde als Aquarienfisch eingeschleppt und steht heute als invasive Art auf der EU-Liste. Schön anzusehen, ökologisch aber ein Störenfried.

Von der RedaktionStand: Juli 2026
Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus) in Seitenansicht
Das Wichtigste in Kürze

Der Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus), auch Kürbiskernbarsch genannt, ist ein kleiner, sehr bunter Barschartiger aus dem östlichen Nordamerika, der Ende des 19. Jahrhunderts als Zier- und Aquarienfisch nach Europa kam. Man erkennt ihn am hochrückigen, scheibenförmigen Körper mit grünblauem Schimmer und dem charakteristischen dunklen Ohrfleck am Kiemendeckel, der rot bis orange gesäumt ist. Er bleibt klein (meist 10-15 cm). Er besiedelt warme, pflanzenreiche Stillgewässer und gilt als invasive Art: Seit 2019 steht er auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten, Haltung, Zucht und Freisetzung sind EU-weit verboten. Er konkurriert mit heimischen Fischen und frisst deren Laich und Brut. Als gelistete invasive Art dürfen gefangene Sonnenbarsche in Deutschland nicht ins Gewässer zurückgesetzt werden.

10-15 cm
Größeklein; selten über 20 cm
Ohrfleck
Erkennungszeichendunkel mit rot-orangem Rand; sehr bunt
invasiv
StatusEU-Unionsliste seit 2019

Wer im flachen, krautigen Uferwasser einen kleinen, bunt schillernden Fisch sieht, der neugierig nach dem Köder schnappt, hat oft einen Sonnenbarsch vor sich. Er gehört zu den farbenprächtigsten Fischen Europas - und zugleich zu den unerwünschten: Der kleine Nordamerikaner ist eine invasive Art, die heimische Fische verdrängt und deshalb streng reguliert wird.

Ein bunter Gast aus Nordamerika

Der Sonnenbarsch stammt aus dem östlichen Nordamerika und gehört zur Familie der Sonnenbarsche (Centrarchidae) - er ist also kein Verwandter unseres Flussbarschs. Nach Europa kam er Ende des 19. Jahrhunderts als Zier- und Aquarienfisch; erste Nachweise in Deutschland stammen aus den 1890er-Jahren. Verbreitet hat er sich vor allem durch ausgesetzte Aquarienfische und Besatz.

Aussehen: einer der buntesten Fische Europas

Sein Körper ist hochrückig, seitlich stark abgeflacht und im Alter fast scheibenförmig. Die Grundfärbung ist grünbraun bis oliv, überzogen von zahlreichen grünblau schimmernden Flecken; über den Kopf ziehen sich blaue Wellenlinien. Das unverwechselbare Kennzeichen ist die ohrenartige Verlängerung des Kiemendeckels mit dem dunklen Ohrfleck, der weiß und leuchtend rot bis orange gesäumt ist. Zur Laichzeit leuchten die Männchen besonders intensiv. Trotz aller Pracht bleibt der Sonnenbarsch klein: meist 10 bis 15 Zentimeter, selten bis 20.

Lebensweise und Fortpflanzung

Der Sonnenbarsch besiedelt bevorzugt warme, flache, pflanzenreiche Stillgewässer, Tümpel, Teiche und ruhige Uferzonen, auch langsame Flussabschnitte. Er ist wenig wählerisch und frisst Insekten und deren Larven, Kleinkrebse, Schnecken, kleine Muscheln und Würmer - dazu Fischlaich, Jungfische und Amphibienlarven. Gelaicht wird von Mai bis Juni ab etwa 16 Grad Wassertemperatur. Wie viele Sonnenbarsche legt das Männchen eine ufernahe Laichmulde an und verteidigt sie aggressiv; es betreibt eine ausgeprägte Brutpflege und bewacht Nest und Jungfische, bis diese freischwimmen.

Invasive Art - der Umgang

Genau seine Anspruchslosigkeit und Fortpflanzungsfreude machen den Sonnenbarsch zum Problem. Seit dem 15. August 2019 steht er auf der Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten (EU-Verordnung 1143/2014) - damit sind Haltung, Zucht, Transport, Handel und Freisetzung EU-weit verboten, auch für die Aquaristik. In hohen Dichten konkurriert er stark mit heimischen Fischen und dezimiert durch seinen Fraß deren Laich und Brut sowie Amphibienlarven.

Für Angler heißt das: Der Sonnenbarsch ist sehr beißfreudig und ein häufiger Beifang beim leichten Angeln mit kleinen Ködern wie Made, Wurm oder Mini-Kunstködern - aber als gelistete invasive Art darf er nicht ins Gewässer zurückgesetzt werden. Gefangene Tiere sind zu entnehmen und waidgerecht zu töten; die genaue Rechtslage regelt das jeweilige Landesfischereirecht. Als Speisefisch spielt er wegen seiner geringen Größe praktisch keine Rolle.

Häufige Fragen zum Sonnenbarsch

Woran erkennt man einen Sonnenbarsch?

An seiner leuchtenden Farbe und dem Ohrfleck. Der Sonnenbarsch hat einen hochrückigen, seitlich stark abgeflachten, fast scheibenförmigen Körper in Grünbraun bis Oliv mit zahlreichen grünblau schimmernden Flecken und blauen Wellenlinien am Kopf. Sein sicherstes Kennzeichen ist die ohrenartige Verlängerung des Kiemendeckels mit einem dunklen Fleck, der weiß und leuchtend rot bis orange gesäumt ist. Er ist einer der buntesten Süßwasserfische Europas - bleibt aber klein.

Warum ist der Sonnenbarsch ein Problem?

Weil er eine invasive gebietsfremde Art ist. Er stammt aus Nordamerika und wurde als Aquarienfisch eingeschleppt; heute steht er seit 2019 auf der Unionsliste invasiver Arten (EU-Verordnung 1143/2014), was Haltung, Zucht, Handel und Freisetzung EU-weit verbietet. In hohen Bestandsdichten konkurriert er stark mit heimischen Fischen um Nahrung und frisst deren Laich und Jungfische sowie Amphibienlarven - deren Bestände er dezimieren kann. Als wärmeliebende Art dürfte der Klimawandel seine Ausbreitung begünstigen.

Darf man einen gefangenen Sonnenbarsch zurücksetzen?

Nein. Als auf der EU-Unionsliste gelistete invasive Art darf der Sonnenbarsch in Deutschland nicht ins Gewässer zurückgesetzt werden - gefangene Tiere sind zu entnehmen und waidgerecht zu töten. Er ist zwar sehr beißfreudig und deshalb ein häufiger Beifang beim leichten Angeln, wegen seiner geringen Größe aber kaum als Speisefisch nutzbar. Die genaue Rechtslage regelt das jeweilige Landesfischereirecht - im Zweifel dort prüfen.

Quellen

Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.