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Lachsfische (Salmonidae)

Atlantischer LachsSalmo salar

Der Atlantische Lachs ist der König der Wanderfische: geboren im Fluss, herangewachsen im Nordatlantik, kehrt er zum Laichen exakt in seinen Geburtsfluss zurück. In Deutschland war er einst der Inbegriff des sauberen Flusses - bis er verschwand. Heute bringt ihn die Wiederansiedlung Schritt für Schritt zurück.

Von der RedaktionStand: Juli 2026
Atlantischer Lachs (Salmo salar) in Seitenansicht
Das Wichtigste in Kürze

Der Atlantische Lachs (Salmo salar) ist der 'echte' Lachs und der klassische anadrome Wanderfisch: Er wächst im Fluss auf, zieht zum Fressen ins Meer und kehrt zum Laichen in seinen Geburtsfluss zurück - mit einem erstaunlichen Heimfindevermögen (rund 95 % finden ihren Fluss wieder). Vom sehr ähnlichen Meerforelle unterscheiden ihn der schlanke Schwanzstiel mit gegabelter Schwanzflosse, die nur bis zur Augenmitte reichende Maulspalte und die Punkte vor allem oberhalb der Seitenlinie. Typisch wird er 70-90 cm und 3-8 kg, kapital über einen Meter. In Deutschland war er ab etwa 1950/60 in Rhein, Elbe und Weser ausgestorben; Wiederansiedlungsprogramme wie 'Lachs 2000' holen ihn zurück, doch die Bestände bleiben fragil - Querbauwerke, Wasserkraft und Verschmutzung sind die Hauptprobleme. Er war Fisch des Jahres 2019. Gezieltes Beangeln ist in DE meist verboten oder stark reglementiert.

anadrom
LebenszyklusFluss - Nordatlantik - Geburtsfluss
70-90 cm
Typische Größe3-8 kg; kapital über 1 m
~95 %
Heimfindevermögenkehren in den Geburtsfluss zurück

Kein Fisch verkörpert die Verbindung von Fluss und Meer so wie der Atlantische Lachs. Geboren im klaren Oberlauf eines Flusses, wächst er im weiten Nordatlantik heran - und findet nach Jahren und über tausende Kilometer exakt in den Bach zurück, in dem er schlüpfte. Für Deutschland war er einst das Sinnbild sauberer, lebendiger Flüsse. Dann verschwand er. Heute ist seine Rückkehr eine der großen Geschichten des Gewässerschutzes.

Der echte Lachs

Salmo salar ist der “echte” Lachs, namensgebend für die ganze Familie der Lachsfische. Sein Körper ist langgestreckt und stromlinienförmig, als Blankfisch aus dem Meer silbrig glänzend mit oliv-blauem Rücken; wie alle Salmoniden trägt er die kleine Fettflosse. Charakteristisch sind die schwarzen, oft x-förmigen Punkte, die beim Lachs vor allem oberhalb der Seitenlinie sitzen.

Weil er der Meerforelle täuschend ähnelt, lohnt der genaue Blick: Beim Lachs reicht die Maulspalte nur bis zur Augenmitte, der Schwanzstiel ist schlank und die Schwanzflosse deutlich gegabelt - bei der Meerforelle reicht das Maul bis hinter das Auge, der Schwanzstiel ist kräftig und die Flosse fast gerade, und sie ist auch unterhalb der Seitenlinie gefleckt.

Ein Leben zwischen Fluss und Meer

Der Lachs ist anadrom. Sein Leben verläuft in Stadien: Als Parr wächst der Jungfisch ein bis drei Jahre im Süßwasser auf, getarnt mit dunklen senkrechten Streifen. Als Smolt färbt er sich silbrig um und stellt seinen Körper auf Salzwasser um - dann zieht er ins Meer. Im Nordatlantik findet das Hauptwachstum statt; Fische, die schon nach einem Meeresjahr zurückkehren, heißen Grilse. Das Erstaunlichste ist sein Heimfindevermögen: Rund 95 von 100 Lachsen kehren exakt in ihren Geburtsfluss zurück, vermutlich über Geruch und die Orientierung am Erdmagnetfeld. Anders als die Pazifiklachse kann der Atlantische Lachs mehrmals laichen.

Typisch wird er 70 bis 90 Zentimeter groß und 3 bis 8 Kilogramm schwer; kapitale Fische überschreiten den Meter, historische Maxima werden mit bis zu 150 Zentimetern und 40 bis 45 Kilogramm angegeben.

Nahrung, Laichzeit und Gefährdung

Im Meer ist der Lachs ein Raubfisch, der Schwarmfische wie Heringe, Sprotten und Sandaale sowie Krebstiere frisst. Im Laichfluss dagegen stellt der aufsteigende Lachs die Nahrungsaufnahme praktisch ein und zehrt von seinen Reserven. Gelaicht wird im Herbst und Winter über sauberem Kies der kühlen Oberläufe; die Männchen entwickeln dabei den typischen Laichhaken.

Um den Lachs steht es kritisch. Er steht auf der Roten Liste und war Fisch des Jahres 2019. In Deutschland war er quasi ausgestorben. Hauptursachen sind Wasserverschmutzung, Überfischung und vor allem die Querbauwerke - Wehre, Staustufen und Kraftwerke -, die die Laichwanderung blockieren: Laut BUND gibt es in Deutschland rund 200.000 solcher Hindernisse, im Schnitt alle zwei Kilometer eines, und nur etwa 20 Prozent der Oberläufe sind für Lachse erreichbar.

Die Rückkehr des Lachses

Die Wiederansiedlung ist eine Erfolgsgeschichte mit Fragezeichen. Das Programm “Lachs 2000”, 1986 im Rahmen des Aktionsprogramms Rhein beschlossen (mit ausgelöst durch die Sandoz-Chemiekatastrophe desselben Jahres), brachte den Lachs zurück in den Rhein: 1993 wurden die ersten Rückkehrer in der Sieg gefangen, 1995 die ersten am Oberrhein bei Iffezheim. Fortgesetzt wird es in “Lachs 2020” und “Rhein 2020”, parallel läuft an der Elbe “Elblachs 2000”. Die Erfolge sind real, aber fragil - solange über 90 Prozent der Gewässer den guten ökologischen Zustand verfehlen, trägt sich der Bestand ohne Besatz kaum selbst.

Fürs Angeln bedeutet das: Der Lachs ist der klassische Zielfisch der Fliegen- und Spinnfischer, doch das große Lachsangeln findet im Ausland statt - in Norwegen, Schottland und Irland. In Deutschland ist gezieltes Beangeln wegen der Wiederansiedlung meist verboten oder stark reglementiert. In der Küche ist er ein hochwertiger Speisefisch mit rötlichem, fettreichem Fleisch; der allermeiste Lachs im Handel stammt allerdings aus der - umstrittenen - Aquakultur. Wie sein silbriger Doppelgänger aus der Ostsee lebt, zeigt der Meerforellen-Guide.

Häufige Fragen zum Atlantischer Lachs

Wie unterscheidet man Lachs und Meerforelle?

An mehreren Details. Beim Lachs reicht die Maulspalte nur bis zur Augenmitte (bei der Meerforelle bis hinter das Auge). Der Schwanzstiel ist beim Lachs schlank und die Schwanzflosse deutlich gegabelt, bei der Meerforelle ist der Stiel kräftig und die Flosse fast gerade. Und die schwarzen Punkte sitzen beim Lachs vor allem oberhalb der Seitenlinie, bei der Meerforelle über die ganze Flanke bis darunter. Anglerfaustregel: Am schlanken Schwanzstiel lässt sich ein Lachs 'aufhängen', eine Meerforelle wegen des dicken Stiels kaum.

Wie läuft der Lebenszyklus des Lachses ab?

Er ist anadrom, wandert also zwischen Fluss und Meer. Der Jungfisch (Parr) wächst ein bis drei Jahre im Süßwasser auf, färbt sich dann silbrig um (Smolt) und zieht ins Meer, wo er im Nordatlantik heranwächst. Zum Laichen kehrt er in seinen Geburtsfluss zurück - Lachse, die schon nach einem Meeresjahr aufsteigen, heißen Grilse. Sein Heimfindevermögen ist enorm: Etwa 95 von 100 Lachsen finden exakt ihren Geburtsfluss wieder, vermutlich über Geruch und Magnetfeld-Orientierung. Anders als Pazifiklachse kann der Atlantische Lachs mehrmals laichen.

Kommt der Lachs in Deutschland wieder vor?

Ja, aber nur gestützt und in kleiner Zahl. Historisch war der Lachs in Rhein, Elbe und Weser häufig, verschwand aber bis etwa 1950/60. Wiederansiedlungsprogramme holen ihn zurück: 'Lachs 2000' (beschlossen 1986 nach der Sandoz-Chemiekatastrophe) brachte ihn in den Rhein - 1993 wurden die ersten Rückkehrer in der Sieg gefangen. An der Elbe läuft 'Elblachs 2000'. Die Erfolge sind real, aber fragil: Über 90 % der deutschen Gewässer verfehlen den guten ökologischen Zustand, und ohne Besatz bricht die Reproduktion vielerorts ein.

Darf man in Deutschland Lachs angeln?

Gezielt in aller Regel nicht. Wegen der Wiederansiedlung ist der Lachs in Deutschland vielerorts ganzjährig geschützt oder mit einem Entnahmeverbot belegt; wo Regelungen bestehen, sind sie länderspezifisch. Das große Lachsangeln findet im Ausland statt, vor allem in Norwegen, Schottland und Irland. Vor jedem Ansitz in Deutschland ist die aktuelle Landesfischereiverordnung zu prüfen.

Quellen

Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.